Im Kosovo findet am 7. Juni 2026 zum dritten Mal innerhalb von rund 16 Monaten eine Parlamentswahl statt, bei der die Partei Vetëvendosje (VV) von Ministerpräsident Albin Kurti laut Umfragen als Favorit gilt.
Die Neuwahl wurde nötig, weil das alte Parlament nicht rechtzeitig ein neues Staatsoberhaupt wählen konnte. Die Opposition hatte die Sitzung boykottiert, weshalb das notwendige Quorum nicht zustande kam. Das Balkanland befindet sich in einer politischen Krise.
Ausgangslage: Gescheiterte Präsidentenwahl und Boykott
Weniger als ein halbes Jahr ist vergangen seit der letzten Parlamentswahl im Kosovo. Regierung und Opposition blockieren sich seit Monaten. Auch eine Regierungsbildung kam nicht zustande. Das Kosovo war 2025 über lange Zeit ohne funktionsfähiges Parlament, eine monatelange politische Blockade des Landes war die Folge.
Über Wochen war das Kosovo zudem ohne Staatsoberhaupt, nachdem Präsidentin Vjosa Osmani nach dem Ende ihres fünfjährigen Mandats ihr Amt niedergelegt hatte. Sie wäre für eine zweite Amtszeit zur Verfügung gestanden, Kurti verweigerte ihr aber, entgegen vorangegangenen Beteuerungen, doch die Unterstützung. Diesen Schritt begründete er damit, dass er mit den 66 Mandaten nicht über die notwendige Mehrheit für ihre Wahl verfügt hätte.
