Im Kosovo wird an diesem Sonntag, dem 7. Juni, ein neues Parlament gewählt, nachdem das Scheitern der Präsidentenwahl im April eine politische Krise ausgelöst hatte und Premierminister Albin Kurti auf Neuwahlen setzte.

Hintergrund: Vetevendosje dominiert die politische Landschaft

Albin Kurti regiert den Kosovo seit sechs Jahren als Premierminister. Seine linksnationalistische Partei Vetevendosje hatte die letzten Wahlen am 28. Dezember mit 51 Prozent der Stimmen klar gewonnen, rund 30 Prozentpunkte vor der Demokratischen Partei des Kosovo (PDK). Seit 2021 errang Vetevendosje mehrere Wahlsiege. Mit Blick auf die jüngste Parlamentswahl sagte SRF-Auslandredaktor Janis Fahrländer: «Ich gehe von einem ähnlichen Resultat aus wie im Dezember», und fügte hinzu: «Erneute Neuwahlen in ein paar Monaten sind daher nicht auszuschliessen.»

Der Auslöser der erneuten Wahl ist ein Bruch zwischen Kurti und der Vjosa Osmani. Osmani war 2021 mit Unterstützung Kurtis vom kosovarischen Parlament zur Staatspräsidentin gewählt worden. Ihre Amtszeit endete Anfang April. Das Verhältnis zerbrach, als sie den Kosovo ohne Absprache mit Kurti in Trumps «Board of Peace» einbrachte. Daraufhin verweigerte Kurti ihr die Unterstützung für eine weitere Amtszeit.