Klopapier-Engpass im ICE: Zugchef kauft in Hamburg-Bergedorf Nachschub und wird im Netz gefeiert
Hamburg-Bergedorf, 15. Juli 2026
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Kurzfassung
Ein Zugchef eines ICE von Westerland auf Sylt nach Berlin hat am Samstag einen ungeplanten Halt in Hamburg-Bergedorf eingelegt, um fehlendes Toilettenpapier in einem nahe gelegenen Supermarkt zu kaufen. Ein Reisender filmte die Szene und veröffentlichte sie als „Mitarbeiter des Monats" auf Instagram, wo das Reel inzwischen mehr als 760.000 Mal aufgerufen wurde. Die Deutsche Bahn bestätigte den Vorfall und kündigte häufigere Stichproben der Vorräte an.
Ein Zugchef eines ICE-Zugs von Westerland auf Sylt nach Berlin hat am Samstag einen außerplanmäßigen Halt in Hamburg-Bergedorf eingelegt, um in einem nahe gelegenen Supermarkt drei Packungen Toilettenpapier zu kaufen, weil die Bordvorräte aufgebraucht waren.
Ein Halt, der viral ging
Ein Reisender hielt die ungewöhnliche Aktion per Smartphone fest und veröffentlichte das Video unter dem Titel „Mitarbeiter des Monats" auf Instagram. Das Reel des Accounts @mistercurly wurde nach Angaben von TAG24 und OE24 inzwischen über 760.000 Mal aufgerufen, weitere Erhebungen verzeichnen mehr als 700.000 Aufrufe. In der Kommentarspalte finden sich durchweg lobende Worte für das Bahnpersonal, darunter Kommentare wie „Ehrenmann👏", „DAS ist Service 🫡❤️" und „Wunderbar. Die schönen Geschichten in dieser Welt 🌍".
Der ICE war am Samstag von Westerland auf Sylt in Richtung Berlin unterwegs, als sich abzeichnete, dass die Toilettenpapier-Vorräte an Bord nicht ausreichten. Statt die Misere hinzunehmen oder die Fahrgäste auf spätere Stationen zu vertrösten, entschied sich der Zugchef kurzfristig zu einem ungeplanten Halt in Hamburg-Bergedorf. Von dort aus eilte er in einen Supermarkt unmittelbar am Bahnhof, kaufte drei Packungen Toilettenpapier und kehrte damit zum Zug zurück. Das auf Instagram veröffentlichte Video zeigt ihn beim Wiedereinstieg mit den eingekauften Vorräten.
Was die Deutsche Bahn sagt
Gegenüber TAG24 bestätigte eine Konzernsprecherin der Deutschen Bahn den „ungeplanten Zwischenstopp" in Hamburg-Bergedorf und lieferte zugleich die Erklärung für den Engpass: „Üblicherweise wird der Bestand der Verbrauchsmaterialien von unserem Dienstleister bei der Bereitstellung des Zuges vorgenommen und überprüft. Leider kam es hier zu einem kurzfristigen Ausfall." Damit räumte das Unternehmen ein, dass die fehlende Kontrolle auf kurzfristige Personalausfälle beim beauftragten Dienstleister zurückzuführen war.
Die Deutsche Bahn bestätigte den Vorfall zudem auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Eine Sprecherin kündigte an, dass das Unternehmen künftig häufigere Stichproben der Vorräte an Bord durchführen wolle. Damit reagierte der Konzern auf die ungewöhnliche Häufung von Hinweisen, dass Materialengpässe in Fernverkehrszügen offenbar nicht immer rechtzeitig erkannt werden.
Lob und Kritik im Netz
Der Kommentator, der das Video unter dem Motto „Mitarbeiter des Monats" veröffentlichte, fand lobende Worte für den Einsatz des Personals: „Der Zugchef ließ den ICE in Bergedorf stoppen, raste in einen nahen Supermarkt und kaufte für uns Reisende neues Toilettenpapier." Der Clip zeige, so der Tenor vieler Nutzerinnen und Nutzer, wie viel Engagement einzelner Beschäftigter den Alltag im Nah- und Fernverkehr präge. Eine Stimme brachte den Geist vieler Reaktionen auf den Punkt: „Sie funktionieren, weil Menschen Eigenverantwortung zeigen, pragmatische Lösungen finden und sich nicht hinter Zuständigkeiten verstecken."
Neben den vielen positiven Reaktionen schlug die Episode auch kritische Töne. Beobachterinnen und Beobachter wiesen darauf hin, dass das Fehlen von Toilettenpapier in einem Fernverkehrszug grundsätzlich nicht vorkommen dürfe und auf organisatorische Mängel hindeute. Zwar löste der Zugchef die Situation rasch und unkompliziert, doch komme der ungeplante Halt in Hamburg-Bergedorf einer kleinen Verspätung gleich – ein Umstand, der in den sozialen Medien allerdings kaum thematisiert wurde. Der Tenor der Kommentarspalten blieb überwiegend wohlwollend.
Die Episode fügt sich in eine Reihe von Berichten über Versorgungsengpässe im Fernverkehr der Deutschen Bahn ein, die in den vergangenen Monaten immer wieder für Schlagzeilen sorgten. Das Unternehmen steht unter Druck, Service und Pünktlichkeit zugleich zu verbessern. Die Reaktion der Konzernsprecherin lässt darauf schließen, dass die Bahn das Thema Toilettenpapier künftig stärker kontrollieren will – nicht zuletzt, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden und das Vertrauen der Fahrgäste zu stärken.
Service-Versprechen und nächste Schritte
Die mediale Aufmerksamkeit für den Vorfall ist vor allem auf die starke Verbreitung über soziale Medien zurückzuführen. Innerhalb weniger Tage erreichte das Reel von @mistercurly ein Millionenpublikum, einschließlich zahlreicher regionaler und überregionaler Medien in Deutschland und Österreich. Auch OE24 berichtete über den Clip, verwies allerdings auf einen Live-Stream und bat um Einwilligung zur Anzeige von Instagram-Inhalten – ein Hinweis darauf, wie eng die Berichterstattung inzwischen mit den Plattformen verknüpft ist.
Der Vorfall wirft zugleich ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen des Bordpersonals. Der Zugchef musste innerhalb kürzester Zeit eine eigenständige Entscheidung treffen, einen außerplanmäßigen Halt anordnen, einen Supermarkt aufsuchen und die Vorräte schnell beschaffen. Solche Spontanentscheidungen sind im Fernverkehr eher die Ausnahme und verlangen den Beschäftigten ein hohes Maß an Eigeninitiative ab. Der Zuspruch im Netz kann daher auch als Wertschätzung für das gesamte Bordpersonal verstanden werden.
Insgesamt zeigt die Episode, wie schnell eine scheinbar banale Panne zu einem Symbol für gelungenen Kundenservice werden kann – und wie stark soziale Medien solche Geschichten verstärken. Der ungeplante Stopp in Hamburg-Bergedorf entwickelte sich binnen weniger Stunden zu einer Art Viral-Liebeserklärung an einen einzelnen Zugchef, der mit pragmatischem Handeln aus einer misslichen Lage das Beste machte. Die Deutsche Bahn muss nun beweisen, dass sie aus dem Vorfall die richtigen organisatorischen Konsequenzen zieht.
Was Reisende aus dem Vorfall mitnehmen
Die Tatsache, dass das Video unter dem Titel „Mitarbeiter des Monats" veröffentlicht wurde, unterstreicht den Charakter der Geschichte: Eine kleine Geste, die Fahrgästen in einer alltäglichen Notlage half, wurde von der Netzgemeinde als vorbildlich aufgenommen. Die Mischung aus Humor, Spontaneität und Hilfsbereitschaft traf einen Nerv – und sorgte dafür, dass selbst eine Panne bei der Bordversorgung noch Tage später für Schlagzeilen sorgte.
Obwohl der Vorfall auf den ersten Blick harmlos wirkt, ist er ein Beispiel dafür, wie aus kleinen Versäumnissen im betrieblichen Alltag große Geschichten entstehen können. Das Bild eines Zugchefs, der mit drei Packungen Klopapier zurück an Bord eilt, dürfte vielen Reisenden in Erinnerung bleiben – und das Unternehmen daran erinnern, wie wichtig verlässliche Standards bei scheinbar nebensächlichen Details sind.
Die Deutsche Bahn hat bislang keine Angaben darüber gemacht, wie lange der ungeplante Halt in Hamburg-Bergedorf dauerte und ob es zu nennenswerten Verspätungen auf der Strecke Westerland–Berlin kam. Auch zur Frage, welche Konsequenzen der kurzfristige Personalausfall beim Dienstleister haben wird, äußerte sich das Unternehmen nicht. Klar ist jedoch, dass die Konzernsprecherin die Häufung solcher Vorfälle offenbar zum Anlass nimmt, die internen Kontrollen zu verschärfen.
Fragen & Antworten
Warum hielt der ICE in Hamburg-Bergedorf?
Der Zugchef legte den außerplanmäßigen Halt ein, weil das Toilettenpapier im ICE aufgebraucht war und er im nahe gelegenen Supermarkt Nachschub besorgen wollte.
Wer hat den Vorfall öffentlich gemacht?
Ein Mitreisender filmte die Szene und veröffentlichte das Video unter dem Titel „Mitarbeiter des Monats" auf dem Instagram-Account @mistercurly, wo es inzwischen mehr als 760.000 Mal aufgerufen wurde.
Wie erklärte die Deutsche Bahn den Klopapier-Engpass?
Eine Konzernsprecherin erklärte gegenüber TAG24, dass die übliche Bestandskontrolle durch den Dienstleister wegen kurzfristigen Personalausfalls ausgefallen sei; künftig sollen die Vorräte häufiger stichprobenartig überprüft werden.