Kanzleramtsministerin Claudia Bauer hat am Samstag ihre am Vortag geäußerte Kritik an der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) teilweise zurückgenommen und sich gegen ein Verbot der Organisation ausgesprochen.

Die Wende kam nur einen Tag nach einem viel beachteten Auftritt Bauers. Am Freitagabend war die Ministerin in einer TV-Sendung des Senders OE24 aufgetreten, deren Live-Stream über mehrere Plattformen verbreitet wurde. In dem Gespräch hatte sie Aussagen getroffen, die von Religionsvertretern, politischen Beobachtern und Teilen der Öffentlichkeit als Pauschalangriff auf die muslimische Glaubensgemeinschaft in Österreich interpretiert wurden.

Bereits am Samstagvormittag reagierte die IGGÖ mit einer ungewöhnlich scharfen Stellungnahme. In dem Statement, das in mehreren österreichischen Medien zitiert wurde, hielten die islamischen Kultusgemeinden fest, sie stünden zur Verfassung, zum Rechtsstaat und zu einem sachlichen Dialog: „Aber wir erwarten denselben Respekt auch gegenüber der gesetzlich anerkannten islamischen Glaubensgemeinschaft.“ Damit formulierte die IGGÖ eine klare Erwartung an die Politik, die über die religionsrechtliche Anerkennung hinausgeht.