Der Islamismus-Experte Aksak hält ein umfassend definiertes Verbot des politischen Islam in Österreich für einen „Wendepunkt", der nach seiner Einschätzung große Teile des organisierten Islams im Land einschließlich einer Auflösung von Vereinen betreffen könnte.
Die Debatte über ein Verbot des politischen Islam in Österreich hat durch die Einschätzung des Experten Aksak neue Dynamik erhalten. Aksak vertritt die Auffassung, dass eine weitreichende juristische Definition des Phänomens dazu führen könnte, dass „wohl große Teile des organisierten Islams hierzulande von einem Verbot und einer Auflösung ihrer Vereine betroffen sein könnten". Damit würde das Verbotsvorhaben deutlich über einzelne extremistische Strukturen hinausreichen und bestehende Religionsgemeinschaften in Mitleidenschaft ziehen.
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) ist einer der wichtigsten Verbände, die in diesem Zusammenhang genannt werden. Sollte die Definition des politischen Islam weit gefasst werden, wäre laut Aksak auch die IGGÖ von den Folgen eines Verbots betroffen. Beobachter werten dies als mögliche „Aushöhlung" der institutionalisierten Vertretung der Muslime in Österreich, die über Jahrzehnte aufgebaut wurde.
