Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat beim Europa-Forum Wachau am Freitag eine Neuausrichtung der österreichischen Sicherheitspolitik gefordert.

Stocker betonte, Österreich müsse 'unangenehmen Wahrheiten mit kühlem Kopf' begegnen. Er forderte eine Neuinterpretation der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und eine 'zeitgemäße Auslegung' dieser, um unter anderem Abschiebungen von Personen ohne Aufenthaltsrecht und Straftätern zu erleichtern.

In der sicherheitspolitischen Debatte stellte Stocker klar, dass die militärische Neutralität Österreichs 'kein Verteidigungskonzept' sei. Um nicht zum 'blinden Fleck' Europas zu werden, müsse das Bundesheer deutlich ausgebaut werden.

Der Kanzler bekräftigte zudem das Ziel, die Verteidigungsausgaben des Landes bis 2032 auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Österreich solle sich zudem am europäischen Luftabwehrsystem 'Sky Shield' beteiligen.