Peking, 19 Juli 2026
Die chinesische Jingye Group hat am Sonntag von der britischen Regierung eine vollständige Entschädigung für ihre Investitionen in British Steel gefordert und rechtliche Schritte bis hin zu internationaler Schiedsgerichtsbarkeit angekündigt.
Hintergrund: Verstaatlichung von British Steel
Die Verstaatlichung von British Steel durch die britische Regierung war bereits in der Vorwoche erfolgt. Am Sonntag wandte sich die Jingye Group über den chinesischen Kurznachrichtendienst WeChat an die Öffentlichkeit und stellte eine Reihe harter Forderungen an London. Der Konzern erklärte, er werde die britische Regierung und die Geschäftsführung von British Steel „rechtlich zur Verantwortung ziehen“ und sich dabei auch im Namen der britischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für eine Entschädigung einsetzen.
In seiner Stellungnahme warf der Konzern London vor, britisches Recht zu nutzen, um internationale Investitionsregeln „mit Füßen zu treten“. Die Jingye Group betonte, sie habe seit der Übernahme Anfang 2020 in Anlagen und Technologie investiert, Steuern bezahlt und „Zehntausende Stellen“ geschaffen. Die britische Regierung habe diese fortlaufenden Investitionen und Beiträge jedoch „missachtet“ und sei lediglich bereit, „eine fast Null-Entschädigung“ zu zahlen. „The UK disregarded Jingye's continuous investment and significant contribution and was only willing to provide almost zero compensation“, erklärte das Unternehmen.
