Das Unterhaus des japanischen Parlaments hat am 10. Juli 2026 einen Gesetzentwurf zur Reform des Kaiserhausgesetzes verabschiedet, mit dem die Thronfolge in der ältesten Erbmonarchie der Welt langfristig gesichert werden soll.

Drei Kandidaten für den Chrysanthementhron

Der Entwurf sieht vor, dass männliche Mitglieder ehemaliger Seitenlinien, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Status verloren hatten und zu Privatpersonen geworden waren, wieder in die Kaiserfamilie aufgenommen werden können. Derzeit "stehen in der ältesten Erbmonarchie der Welt ... theoretisch nur noch drei Kandidaten parat: Der Bruder des Tenno, Kronprinz Akishino (60), dessen 19 Jahre alter Sohn Prinz Hisahito und Naruhitos Onkel Prinz Hitachi - der bereits 90 Jahre alt ist".

Zugleich soll mit der Novelle ermöglicht werden, dass weibliche Mitglieder der Kaiserfamilie ihren kaiserlichen Status auch nach einer Heirat mit Bürgerlichen behalten können. "Ihre Ehemänner und Kinder würden jedoch keine Mitglieder der Kaiserfamilie." Damit sollen zumindest die weiblichen Mitglieder der bestehenden Familie ihre Rolle und ihre offiziellen Aufgaben weiter wahrnehmen können, auch wenn sie einen Bürgerlichen heiraten.

Frauen bleiben von der Thronfolge ausgeschlossen

Unverändert bleibt hingegen die zentrale Bestimmung des seit 1947 geltenden Kaiserhausgesetzes: "Nur männliche Nachfahren der männlichen Familienlinie des Kaisers dürfen auf den Thron." Frauen sollen weiterhin nicht zum Zug kommen. Davon betroffen ist vor allem Naruhitos Tochter Prinzessin Aiko (24), der unter den geltenden wie unter den geplanten Regeln der Thron verwehrt bliebe.