Das japanische Parlament hat am Freitag eine Revision des seit 1947 geltenden Kaiserhausgesetzes verabschiedet, die die Wiederaufnahme männlicher Mitglieder ehemaliger Seitenlinien in die Kaiserfamilie ermöglicht.
Die Gesetzesänderung war seit Jahren erwartet worden und wurde am Freitag vom Parlament in Tokio verabschiedet. Hintergrund ist die Sorge um die Nachfolge des amtierenden Kaisers Naruhito, für den gegenwärtig nur drei Anwärter infrage kommen.
Als mögliche Thronfolger stehen nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP der Bruder des Tenno, Kronprinz Akishino, dessen 19 Jahre alter Sohn Prinz Hisahito sowie Naruhitos Onkel Prinz Hitachi zur Verfügung. Hitachi ist bereits 90 Jahre alt, Hisahito ist der einzige männliche Nachwuchs in der direkten Linie.
Hintergrund der Reform
Mit der Reform wird die Möglichkeit geschaffen, dass Männer aus Familien, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus der kaiserlichen Familie ausgeschlossen worden waren, wieder in den Chrysanthementhron aufgenommen werden können. Ihre Nachkommen könnten dann ebenfalls wieder Mitglieder des Kaiserhauses werden.
Die Diskussion über eine Reform hatte sich in den vergangenen Jahren zugespitzt, weil die Zahl der männlichen Thronanwärter immer weiter sank. Gleichzeitig war wiederholt die Frage aufgeworfen worden, ob auch Frauen den Thron besteigen können sollten.
Befürworter einer Öffnung des Throns für Frauen hatten unter anderem auf Naruhitos Tochter Aiko verwiesen. Eine entsprechende Änderung wurde jedoch nicht Teil der verabschiedeten Revision.
