Die venezolanische Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben vom 24. Juni 346 Millionen US-Dollar aus den Mitteln des Landes beim Internationalen Währungsfonds (IWF) für den Wiederaufbau und die Unterstützung der betroffenen Familien freigegeben.
Ausmaß der Katastrophe
Die Freigabe der Mittel gab Rodríguez über den Kurznachrichtendienst Telegram bekannt. Demnach soll das Geld aus dem Guthaben Venezuelas beim IWF zum Wiederaufbau und zur Unterstützung der betroffenen Familien verwendet werden. Rodríguez dankte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa für ihre Unterstützung sowie allen Institutionen, die diesen Schritt ermöglicht hätten.
Am 24. Juni hatten zwei Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 das südamerikanische Land innerhalb weniger Sekunden erschüttert. Nach offiziellen Angaben liegt die Zahl der bestätigten Todesopfer inzwischen bei mehr als 5.000. Verletzt wurden demnach 16.740 Menschen. Knapp 18.000 Menschen sollen bei der Katastrophe ihr Zuhause verloren haben. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge könnte die Zahl der Vermissten bis zu 50.000 betragen.
Wiederannäherung an den IWF
Am stärksten betroffen war der nördliche Küstenstaat La Guaira nördlich von Caracas. Hunderte Gebäude wurden beschädigt oder komplett zerstört. Die Vertriebenen leben nach Angaben aus den Fakten in überfüllten Notunterkünften, denen häufig Wasser und eine ausreichende sanitäre Versorgung fehlen. Venezolanische Behörden machen bis heute keine Angaben zur Zahl der Vermissten.
