Die US-Einwanderungsbehörde ICE wird nach zwei tödlichen Schüssen auf Migranten bei Fahrzeugkontrollen den Großteil der nicht dringenden Kontrollen vorübergehend auf Anordnung der US-Regierung aussetzen, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten.

Hintergrund: Zwei tödliche Einsätze

Die Maßnahme folgt auf zwei Vorfälle innerhalb weniger Tage, bei denen Bundesmitarbeiter der Einwanderungsbehörde ICE bei Fahrzeugkontrollen scharf geschossen hatten. Am Montag wurde in Biddeford im Bundesstaat Maine der kolumbianische Staatsbürger Joan Sebastian Guerrero von einem ICE-Mitarbeiter getötet. Wenige Tage zuvor war im texanischen Houston ein mexikanischer Staatsbürger bei einer ähnlichen Kontrolle durch Schüsse verletzt worden und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Wie die New York Times, CNN und weitere Medien am Dienstag unter Berufung auf informierte Quellen meldeten, reagiert die US-Regierung mit der vorübergehenden Aussetzung der Kontrollen auf die wachsende Kritik an der Gewaltanwendung durch Bundesbeamte. Demnach soll ICE die Mehrzahl der nicht dringenden Fahrzeugkontrollen während laufender Einsätze zurückfahren. Die Behörde äußerte sich bislang nicht direkt zu der Berichterstattung über die Aussetzung.

Die republikanische Senatorin Susan Collins aus Maine erklärte auf der Plattform X, sie habe nach dem jüngsten Todesfall mit Heimatschutzminister Markwayne Mullin telefoniert und ihn "gedrängt, alle nicht dringenden Fahrzeugkontrollen einzustellen". Collins stellt sich im November zur Wiederwahl und gehört zu den Stimmen in den eigenen Reihen, die eine Überprüfung des Vorgehens der Bundesbehörden fordern.