Berlin, 22 Juli 2026

Die jemenitische Huthi-Miliz hat am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und richtet per Funkspruch Warnungen an Schiffe in der Region, während sich die Meerenge von Bab al-Mandab im Roten Meer nach der Straße von Hormus zum neuen Krisenpunkt für die globale Schifffahrt entwickelt.

Hintergrund: Warum Bab al-Mandab so wichtig ist

Die jemenitische Huthi-Miliz hat am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und per Funkspruch Warnungen an Schiffe in der Region gerichtet, wie die Internationale Schifffahrtskammer (ICS) mitteilte. Damit eskaliert der Konflikt zwischen den Huthis und dem Königreich nach einer Phase relativer Ruhe und bedroht eine der wichtigsten Alternativrouten für den globalen Ölhandel.

Nach der Straße von Hormus entwickelt sich die Meerenge von Bab-al-Mandab im Roten Meer zum neuen Krisenpunkt für Frachtschiffe. Der Iran hat die strategisch wichtige Straße von Hormuz weitgehend blockiert, was die Bedeutung der Route durch das Rote Meer über Bab al-Mandab und den Suezkanal zusätzlich erhöht hat. Saudi-Arabien hat seit der Schließung der Straße von Hormus Millionen Barrel Öl auf Tanker im Roten Meer verladen und über die Meerenge von Bab al-Mandab auf den Weltmarkt gebracht.

Die Huthis haben in den vergangenen Jahren wiederholt maritime Infrastruktur und Schifffahrt ins Visier genommen. Seit Herbst 2023 greifen sie im Roten Meer Handelsschiffe an, zunächst aus Solidarität mit der palästinensischen Hamas nach Beginn des Gaza-Krieges. Die Miliz kontrolliert seit 2014 den Nordwesten Jemens einschließlich der Hauptstadt Sanaa und hat sich auf der iranischen "Achse des Widerstands" positioniert. Sie verfügt nach Einschätzung von Beobachtern über fortschrittliche Waffentechnologien und eigene Produktionskapazitäten.