Nach einem Krisentreffen im Parlament hat die österreichische Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) der Einschätzung von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) widersprochen und klargestellt, dass von ehemaligen Identitären unter den Parlamentsmitarbeitern ein grundsätzliches Sicherheitsrisiko ausgeht.

Auslöser des Konflikts waren Recherchen von ORF-Report und der Tageszeitung "Der Standard", wonach zwischen zehn und zwanzig FPÖ-Parlamentsmitarbeiter in Beobachtungen des Verfassungsschutzes auftauchen. Konkret geht es um Personen, die früher der rechtsextremen Identitären Bewegung Österreich (IBÖ) angehörten und nun für die größte Fraktion im Nationalrat tätig sind.

Nationalratspräsident Rosenkranz berief daraufhin ein Treffen mit Innenstaatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) und DSN-Direktorin Sylvia Mayer ein. Im Anschluss erklärte er, aus dem Gespräch sei das Gegenteil der Vorwürfe hervorgegangen: "Laut Auskunft der Behördenvertreter steht kein einziger parlamentarischer Mitarbeiter unter Staatsschutz-Beobachtung." Auch eine Sicherheitsgefährdung durch parlamentarische Mitarbeiter sah Rosenkranz nicht.