Das französische Parlament hat am Dienstagabend mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das die Nutzung sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren verbietet; Frankreich ist damit das erste EU-Land mit einer solchen Regelung.

Parlamentarischer Beschluss mit großer Mehrheit

Die Nationalversammlung in Paris stimmte am späten Dienstagabend mit 297 Stimmen für den entsprechenden Gesetzentwurf. Zuvor hatte bereits der Senat mit 243 zu 2 Stimmen zugestimmt. Damit kann das Verbot wie geplant am 1. September 2026, unmittelbar nach den Sommerferien, in Kraft treten. Präsident Emmanuel Macron hatte das Vorhaben zu einer Priorität seiner Amtszeit erklärt. "Ich hatte mich dafür eingesetzt, nun ist es beschlossen: Ab dem neuen Schuljahr sind soziale Netzwerke für Kinder unter 15 Jahren verboten", sagte Macron nach der Abstimmung.

Frankreich folgt mit dem Gesetz dem Beispiel Australiens. Dort war im Dezember das weltweit erste Verbot für unter 16-Jährige auf Plattformen wie Facebook, Snapchat, TikTok und YouTube in Kraft getreten. Eine im Juni veröffentlichte Studie zeigte allerdings, dass das australische Verbot bislang nur geringe Auswirkungen auf die tatsächliche Nutzung von Instagram, Facebook und TikTok durch Teenager hatte. Viele Minderjährige umgingen die Beschränkungen demnach durch die Anlage gefälschter Konten oder die Nutzung von Profilen älterer Personen.

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