Frankreich nach 1:0 gegen Paraguay im Viertelfinale – Mbappé kündigt kompromisslosen Auftritt gegen Marokko an
Boston, 05. Juli 2026
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Kurzfassung
Frankreich steht nach einem 1:0-Achtelfinalsieg gegen Paraguay im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft. Kylian Mbappé verwandelte den entscheidenden Elfmeter in der 70. Minute und kündigte für die kommende Partie gegen Marokko am Donnerstag in Boston einen kompromisslosen Auftritt an. Im Anschluss an das Spiel kritisierten Mbappé, Trainer Didier Deschamps und Rayan Cherki die harte Spielweise des Gegners und die Schiedsrichterleistung.
Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft hat durch ein 1:0 gegen Paraguay das Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft erreicht und trifft am Donnerstag um 22:00 Uhr MESZ in Boston auf Marokko.
Frankreich setzte sich am Samstag in der Runde der letzten 16 mit 1:0 gegen Paraguay durch. Das entscheidende Tor erzielte Kylian Mbappé in der 70. Minute per Elfmeter. Zuvor war der erst rund fünf Minuten zuvor eingewechselte Désiré Doué im Strafraum gefoult worden; Schiedsrichter Ilgiz Tantashev hatte die Szene zunächst nicht geahndet und erst nach Eingriff des Videoassistenten auf den Elfmeterpunkt gezeigt.
Mbappé äußerte sich nach der Partie mit ungewöhnlich scharfen Worten. „Wir wissen, dass sie eine sehr starke Mannschaft sind, und wir werden unser Bestes geben, um unseren Weg fortzusetzen“, sagte der 27 Jahre alte Starstürmer mit Blick auf die kommende Aufgabe. Gleichzeitig kündigte er an, dass seine Mannschaft notfalls auch die Gangart wechseln werde: „Wenn wir unsere Hände in die Scheiße stecken müssen, werden wir unsere Hände in die Scheiße stecken.“
Mbappés deutliche Worte nach dem Spiel
Zugleich räumte Mbappé ein, dass auch Frankreich bereit sei, die Regeln des Anstands zu beugen. „Sie dachten, dass wir kommen würden, um im Smoking zu spielen, dass wir nur kommen würden, um schöne Aktionen und Eins-Zwei zu machen. Wir wissen auch, wie man schmutzigen Fußball spielt“, sagte er. Es gebe im Fußball kein Richtig oder Falsch, „sondern nur einen Weg: gewinnen“ – „Jeder spielt mit dem, was er hat.“
Mbappé, der bei dieser Weltmeisterschaft mit nun 19 Turniertoren nur noch einen Treffer hinter Rekordhalter Lionel Messi liegt, war im Spiel gegen Paraguay selbst mehrfach in hitzige Zweikämpfe verwickelt und wurde seinerseits wiederholt attackiert. Auch Doué wurde Opfer eines Fouls, das Mbappé nicht nur physisch, sondern auch verbal deutlich kommentierte.
Zahlreiche Fouls und umstrittene Szenen
Die Partie gegen Paraguay hatte über weite Strecken den Charakter eines Kraftakts. Frankreich erhielt in 90 Minuten drei Gelbe Karten; das Verliererteam blieb nach Angaben aus dem Umfeld der Mannschaft ohne Verwarnung. Mbappé, der bereits bei früheren Turnieren stets im Mittelpunkt harter Duelle stand, war auch diesmal Brennpunkt zahlreicher Auseinandersetzungen.
Besonders im Fokus standen Szenen, in denen der Schiedsrichter Ilgiz Tantashev aus Usbekistan die Partie weiterlaufen ließ. So ahndete er nach Darstellung des Artikels weder einen Tritt gegen das Schienbein eines französischen Spielers noch einen Ellenbogen-Check gegen Dayot Upamecanos Solarplexus – Aktionen, die nach Einschätzung des Berichts „mindestens einer Gelben Karte, wenn nicht einer Roten Karte“ würdig gewesen wären. Auch Matias Galarza traf Mbappé nach dem Wegfall der Spielsituation an der Schulter, ohne dafür verwarnt zu werden.
Kritik an Schiedsrichter Tantashev
Frankreichs Trainer Didier Deschamps kritisierte die Spielleitung und das Verhalten des Gegners deutlich: „Wir haben drei Gelbe Karten bekommen, und die anderen haben endlos gefoult. Jede Mannschaft spielt so, wie sie es für richtig hält, wobei ich auf einige Beleidigungen der Gegenseite hätte verzichten können.“ Der Coach bezog sich damit auf verbale Entgleisungen gegenüber seinen Spielern, die er im Nachhinein als überflüssig bezeichnete.
Auch Rayan Cherki, der im französischen Angriff eine wichtige Rolle spielt, mochte die Diskrepanz zwischen Foulzahl und Verwarnungen nicht unkommentiert lassen. „Wie viele Fouls gab es, 30, 40? Wie viele Gelbe Karten gab es? Dazu habe ich nichts mehr zu sagen“, erklärte der Offensivspieler und brachte damit die Unzufriedenheit der Équipe Tricolore mit der Regelauslegung auf den Punkt.
Paraguays Trainer und Torhüter wehren sich
Auf paraguayischer Seite wies Torhüter Orlando Gill jede Kritik an der Härte seines Teams zurück. „Das ist Fußball. Wenn sie das nicht gewöhnt sind, was soll ich machen“, sagte er nach dem Spiel. Sein Trainer Gustavo Alfaro verteidigte den kompromisslosen Auftritt ebenfalls: „Unsere Haltung ist es, auf dem Platz wie Löwen zu kämpfen.“ Das Ausscheiden fiel dennoch schwer: Mittelfeldspieler Matias Galarza weinte nach dem Schlusspfiff in der Interviewzone.
Mbappé genießt derweil das Privileg, bei dieser WM weiter im Turnier zu sein – und das mit einer Ausbeute, die ihn in den kommenden Spielen noch näher an den Torrekord von Lionel Messi heranbringen könnte. Seine 19 WM-Tore unterstreichen seine Rolle als Anführer einer Mannschaft, die nach eigenen Worten bereit ist, sich den Gegebenheiten des Wettbewerbs anzupassen.
Frankreichs kommender Gegner heißt Marokko, das bereits 2022 im Halbfinale des Turniers gestanden hatte und dort auf Frankreich traf – damals unterlag das Team mit 0:2. In diesem Turnier besiegte Marokko unter anderem die Niederlande und schlug Co-Gastgeber Kanada mit 3:0. Die Nordafrikaner gehen daher nicht als Außenseiter in die Begegnung, sondern als gestandene Turniermannschaft.
Blick auf Marokko: Revanche für 2022?
Frankreich wird seine Vorbereitung auf den Donnerstag-Abend nutzen, um vor allem die Disziplin in den Zweikämpfen zu wahren, ohne dabei an offensiver Durchschlagskraft zu verlieren. Mbappé kündigte an, dass die Mannschaft ihre bisherige Spielweise beibehalten werde – notfalls aber auch bereit sei, „schmutzigen Fußball“ zu spielen.
Die Ankündigung Mbappés fiel nicht zufällig in diese Phase des Turniers. In K.o.-Runden nimmt die Intensität erfahrungsgemäß zu, und Mannschaften, die technisch überlegen sind, müssen häufiger mit rustikaleren Gegnern rechnen. Frankreich hat mit dem gestrigen Sieg gezeigt, dass es in der Lage ist, solche Spiele für sich zu entscheiden – auch wenn der Sieg gegen Paraguay über ein 1:0 knapp ausfiel und erst durch einen Elfmeter zustande kam.
Mit Blick auf das Viertelfinale in Boston bleibt abzuwarten, ob der Schiedsrichter erneut im Mittelpunkt stehen wird. Die Leistung von Ilgiz Tantashev löste nicht nur bei Frankreich, sondern auch in neutralen Beobachtern Diskussionen aus. Mbappés öffentliche Drohung, notfalls selbst die Spielweise anzupassen, dürfte die Debatte zusätzlich anheizen.
Sicher ist: Frankreich geht als Favorit in die Partie gegen Marokko. Die Mannschaft verfügt über Tiefe im Kader, mit Spielern wie Mbappé, Doué und Cherki, die für Torgefahr sorgen können. Ob sie am Ende das Halbfinale erreichen werden, hängt jedoch nicht zuletzt davon ab, wie gut sie es verstehen, die hitzigen Momente eines WM-Spiels zu kontrollieren – und gleichzeitig die eigene Klasse auf den Platz zu bringen.
Unterdessen hat Marokko ebenfalls eine schwierige Achtelfinalpartie hinter sich und wird sich auf die Begegnung mit Frankreich akribisch vorbereiten. Dass die Nordafrikaner bereits 2022 die EM-Endrundenteilnahme an gleicher Stelle erreichten und gegen Frankreich antraten, verleiht dem Spiel eine zusätzliche Brisanz.
Fragen & Antworten
Wer ist Kylian Mbappé und warum steht er im Mittelpunkt des Achtelfinals gegen Paraguay?
Kylian Mbappé ist 27 Jahre alt und Frankreichs Starstürmer. Er erzielte beim 1:0-Sieg im Achtelfinale den entscheidenden Elfmeter in der 70. Minute und gab anschließend das umstrittene Statement zur Spielweise ab.
Warum wurde der Elfmeter gegen Paraguay erst nach VAR-Eingriff gegeben?
Schiedsrichter Ilgiz Tantashev aus Usbekistan hatte das Foul an Désiré Doué im Strafraum zunächst nicht geahndet und den Elfmeter erst nach Intervention des Videoassistenten gegeben.
Wer ist der nächste Gegner Frankreichs und wann findet das Viertelfinale statt?
Frankreich trifft am Donnerstag um 22:00 Uhr MESZ in Boston auf Marokko. Marokko war bereits 2022 WM-Halbfinalist und hatte in diesem Turnier unter anderem die Niederlande und Kanada besiegt.
WM 2026: Frankreich schlägt Paraguay – Mbappé vor Marokko | finanz360