Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) bereitet eine Popularbeschwerde bei der Medienbehörde KommAustria gegen die Bestellung von Clemens Pig zum ORF-Generaldirektor vor, wie Christian Hafenecker am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien ankündigte.
Die Beschwerde richtet sich gegen das Auswahlverfahren für die ORF-Spitze, das nach Einschätzung der FPÖ „ganz klare Verstöße gegen die Ausschreibung" aufgewiesen habe. Hafenecker erklärte, es sei „vollkommen klar, dass die Bestellung von Generaldirektor Pig völlig rechtswidrig gewesen ist". Die Partei sieht darin ein „Scheinverfahren", dessen Ausgang von Anfang an festgestanden habe. Hafenecker sprach zudem von „Postenschacher auf offener Bühne".
Vorwurf der politischen Vorabfestlegung
Konkret kritisiert die FPÖ, dass die Ausschreibung eine „fünfjährige einschlägige oder hinsichtlich des Aufgabengebiets verwandte Berufserfahrung" verlangt habe. Pig habe „allerdings nur Berufserfahrung aufgrund seiner Tätigkeit für eine Nachrichtenagentur (APA)" vorzuweisen können. Zudem fehle ihm sowohl relevante Radio- als auch Fernseherfahrung.
Bereits in der Nacht von 11. auf 12. Juni hatte der von der FPÖ entsandte ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler eine Anfechtung der Generaldirektorenwahl angekündigt. Westenthaler bezeichnete die Wahl damals als „Farce" und als „Postenbesetzung von Rot und Schwarz". Die FPÖ wirft den Koalitionsparteien ÖVP und SPÖ vor, das Verfahren politisch gesteuert zu haben.
