Beim FDP-Bundesparteitag am vergangenen Wochenende hat der neu gewählte Generalsekretär Martin Hagen den Begriff der Brandmauer gegenüber der AfD zurückgewiesen und eine Debatte über den künftigen Kurs der Liberalen ausgelöst.
Hagen sagte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, eine Partei mit klarer Haltung brauche keine Brandmauer, um sich von der AfD oder anderen Parteien abzugrenzen. Er stellte jedoch unmissverständlich klar: „Für die FDP kommt weder die AfD noch die Linkspartei als Koalitionspartner infrage.“
Der neue Generalsekretär betonte, die FDP arbeite nicht mit linken oder rechten radikalen Parteien zusammen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er sein Abstimmungsverhalten nicht vom Verhalten der AfD abhängig machen werde. „Ich würde mein Abstimmungsverhalten nie davon abhängig machen, was die AfD tut oder was andere Parteien tun, sondern ich würde da immer meinen Überzeugungen folgen“, so Hagen.
Hagen argumentierte, ein inhaltlich richtiger Antrag der FDP oder CDU werde nicht dadurch falsch, dass die AfD zustimme. „Wenn die AfD einem Antrag der FDP oder der CDU zustimmt, der in der Sache richtig ist, wird dieser Antrag ja dadurch nicht falsch“, sagte er. Relevanz habe diese Frage ohnehin nur in Parlamenten ohne Regierungsmehrheit, etwa im Thüringer Landtag.
