Eine falt- und schwenkbare Solaranlage der TU Graz folgt der Sonne automatisch und liefert im Durchschnitt rund 40 Prozent mehr Strom als herkömmliche, fest montierte Photovoltaik-Module.
Auf einem Bürogebäude am Campus Inffeldgasse der TU Graz steht seit einigen Monaten eine Demonstrationsanlage mit einer Leistung von 1,8 Kilowatt peak, die das Sonnenlicht deutlich effizienter nutzen soll als klassische Aufdach-Anlagen. Die Anlage kann ihre Module aktiv zur Sonne nachführen und bei Bedarf zusammenfalten, um sie vor Wetterextremen zu schützen.
Patentierter Aktuator als Kernstück
Kernstück der Entwicklung ist nach Angaben des Forschungsteams ein patentierter linearer Aktuator. Dieser übernimmt zwei Aufgaben gleichzeitig: Er richtet die Module zur Sonne aus und faltet sie bei Bedarf zusammen. Durch diese Doppelfunktion sinken Installations- und Betriebskosten, wodurch sich die Wirtschaftlichkeit verbessert, wie Armin Buchroither, Gruppenleiter am Institut für Elektrische Messtechnik und Sensorik der TU Graz, erläuterte.
Im Vergleich zu fest installierten PV-Modulen liefert die schwenk- und faltbare Solaranlage nach Messungen des Teams einen durchschnittlichen Mehrertrag von knapp 40 Prozent. An einzelnen Tagen wurden bis zu 56 Prozent mehr Ausbeute erreicht, wie die Forscher bei ihrer Testanlage feststellten.
Mehr Ertrag in den Morgen- und Abendstunden
Besonders deutlich fällt der Vorteil in den Morgen- und Abendstunden aus, wenn die Sonne tief steht und der allgemeine Stromverbrauch besonders hoch ist. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Systems sei laut Buchroither die zusätzliche Stromausbeute in den Tagesrandzeiten: "Morgens und abends, wenn der allgemeine Stromverbrauch besonders hoch ist, liefert sie durch das optimale Sonnenstand-Tracking mehr als doppelt so viel Strom wie traditionelle PV-Anlagen, was auch zur Netzentlastung beiträgt", betonte der Grazer Gruppenleiter.
