Eine Faktenanalyse der Deutschen Welle (DW) zeigt, dass vor den Landtagswahlen in mehreren deutschen Bundesländern vermehrt gefälschte Videos mit erfundenen Vorwürfen gegen Politiker verbreitet werden, die mutmaßlich Teil einer russischen Desinformationsoperation sind.

Die Deutsche Welle hat nach eigenen Angaben in den Wochen vor den Landtagswahlen eine wachsende Zahl manipulierter Videos dokumentiert. In den Clips werden Politikerinnen und Politiker mit schweren Vorwürfen konfrontiert, die frei erfunden sind. Die Vorwürfe reichen von Mord und Korruption bis hin zu sexuellem Missbrauch.

Eine zentrale Rolle bei der Verbreitung spielt nach Einschätzung der DW das Netzwerk „Matrjoschka", das in Westdeutschland aktiv sein soll. Die DW-Reporterin Julia Smirnova, die das Netzwerk seit längerem beobachtet, ordnet die Aktivitäten als gezielte Einflussnahme ein. Für Smirnova ist klar: Die laufende Operation ist „mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit eine russische Kampagne, die im Auftrag der Präsidialverwaltung ausgeführt werden soll." Durchgeführt werde diese bei Matrjoschka dann meist durch „private Unternehmen mit Expertise im Bereich vom digitalen Marketing und politischen Einflusskampagnen."