Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet nach Informationen aus ihrem Umfeld eine weitere Zinserhöhung für die Sitzung im September vor, um ihre Entschlossenheit gegen eine erneute Inflationswelle wie nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 zu unterstreichen.
Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, ist im EZB-Rat die Bereitschaft groß, den Leitzins im September erneut anzuheben. Ein solcher Schritt wäre bereits in den Wirtschaftsprognosen enthalten, die die Notenbank im Juni veröffentlicht hatte. Die Währungshüter sehen darin ein Signal an Märkte und Öffentlichkeit, dass die Teuerung nicht wieder das Ausmaß der Jahre 2022 und 2023 erreichen soll.
Hintergrund: Die Inflationswelle von 2022
Hintergrund der Überlegungen ist die Erinnerung an die massiven Preisanstiege, die nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 eingesetzt hatten. Energie- und Lebensmittelpreise waren damals sprunghaft gestiegen, die Inflationsrate im Euroraum hatte zeitweise deutlich über der Zielmarke von zwei Prozent gelegen. Die EZB hatte daraufhin mit einer Serie von Zinserhöhungen reagiert.
