EZB-Ratsmitglied Isabel Schnabel hat sich angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges für eine weitere Anhebung des Leitzinses im Euroraum ausgesprochen.

Die Volkswirtin, die im Rat der Europäischen Zentralbank sitzt, begründet ihre Forderung mit den steigenden Risiken für die Konjunktur und die Inflation in der Eurozone. „Um die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges einzudämmen, seien sie bereit, den Leitzins von 2,25 auf 2,50 Prozent anzuheben, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Diese Einschätzung deckt sich mit früheren Aussagen Schnabels, die wiederholt auf hartnäckige Inflationsrisiken hingewiesen hatte.

Hintergrund ist die anhaltende militärische Eskalation im Nahen Osten, die über steigende Energiepreise auch die Teuerung in Europa anheizt. Bereits in den vergangenen Sitzungen hatte die EZB den Leitzins schrittweise erhöht, um der Inflation entgegenzuwirken. Mit einer weiteren Anhebung um 0,25 Prozentpunkte würde der Hauptrefinanzierungssatz das höchste Niveau seit Jahren erreichen.