Eine vom Justizministerium eingesetzte fünfköpfige Kommission hat am Montag in Wien ihren 180 Seiten umfassenden Untersuchungsbericht vorgestellt und darin systemische Mängel im österreichischen Strafvollzug dokumentiert.
Anlass: Tod eines Häftlings in Hirtenberg
Anlass für die Untersuchung war der Tod eines Häftlings in der Justizanstalt Hirtenberg. Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) hatte daraufhin eine unabhängige Expertenkommission beauftragt, die Vorgänge zu analysieren und strukturelle Probleme im Strafvollzug aufzuzeigen. Am Montag präsentierte der Kommissionsleiter Wolfgang Gratz den Abschlussbericht im Justizministerium.
Der Bericht umfasst 180 Seiten und enthält insgesamt 78 Empfehlungen. Er kommt zum Schluss, dass es im Strafvollzug "erheblichen Reformbedarf" gibt, wie Gratz bei der Pressekonferenz sagte. Besonders betroffen seien der Umgang mit psychisch beeinträchtigten Inhaftierten sowie die sogenannten forensisch-therapeutischen Zentren (FTZ).
