Die EU hat nach monatelanger Blockade die Vorbereitungen für die Eröffnung des ersten Verhandlungskapitels mit der Ukraine und Moldau aufgenommen, nachdem Ungarn unter dem neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar einem Abkommen zu Minderheitenrechten zugestimmt hat.
Die zyprische EU-Ratspräsidentschaft teilte am Mittwoch in Brüssel mit, dass die Vorbereitungen für die formelle Eröffnung des ersten Verhandlungsklusters der EU-Beitrittsgespräche mit der Ukraine und Moldau angelaufen seien. Ziel sei es, die Gespräche am 15. Juni am Rande eines Ministertreffens in Luxemburg offiziell zu starten. Damit würde ein Prozess fortgesetzt, der bereits im Juni 2024 mit der Eröffnung der Beitrittsverhandlungen begonnen hatte, bislang aber durch ein ungarisches Veto blockiert war.
Der Durchbruch wurde möglich, nachdem der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar am Mittwochabend eine Einigung mit Kiew bekannt gab. Das Abkommen sieht vor, die sprachlichen, bildungs-, kultur- und politischen Rechte der etwa 100.000 ethnischen Ungarn in der westukrainischen Region Transkarpatien zu stärken. Magyar hatte die Zustimmung Budapests zu den EU-Beitrittsgesprächen mit der Ukraine an eine Lösung in dieser seit Jahren zwischen Kiew und Budapest schwelenden Frage geknüpft.
