Die EU-Kommission hat am Mittwoch eine Geldbuße von 200 Millionen Euro gegen den Online-Marktplatz Temu wegen Verstößen gegen das Gesetz über digitale Dienste (DSA) verhängt.
Mangelhafte Risikobewertung als Kernvorwurf
Es ist die höchste Strafe, die jemals gegen einen Marktplatzbetreiber unter dem DSA verhängt wurde, und erst das zweite Bußgeld überhaupt auf Grundlage dieses Gesetzes. Zuvor war im Dezember 2025 die Plattform X mit 120 Millionen Euro belegt worden.
Die Kommission wirft dem von der Firma Whaleco betriebenen Unternehmen vor, die Risiken illegaler Produkte auf seiner Plattform nicht sorgfältig genug identifiziert, analysiert und bewertet zu haben. Risikobewertungen seien keine „Box-Ticking-Übungen“, sondern das Rückgrat des DSA, erklärte die zuständige Vizepräsidentin Henna Virkkunen.
„Die Risikobewertung von Temu unterschätzt konkrete Risiken, es fehlt ihr an Spezifität, sie stützt sich nicht auf solide Beweise und ist nicht umfassend“, sagte Virkkunen. „Es sei an der Zeit für Temu, sich an die Gesetze zu halten.“
