Die EU-Kommission hat am 28. Mai 2026 eine Geldstrafe in Höhe von 200 Millionen Euro gegen den Online-Marktplatz Temu verhängt, weil das Unternehmen gegen das Gesetz über digitale Dienste verstoßen hat.

Temu habe es versäumt, die systemischen Risiken illegaler Produkte, die auf seiner Plattform angeboten werden, und den daraus resultierenden Schaden für die Verbraucher in der Europäischen Union sorgfältig zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten, teilte die Kommission mit. Es handle sich um die höchste Geldbuße, die jemals gegen einen Marktplatzbetreiber unter dem DSA verhängt wurde.

Die Entscheidung stützt sich auf eigene Untersuchungen der Kommission, Studien von Verbraucherschutzorganisationen und Testkäufe. Dabei sei festgestellt worden, dass Verbrauchern in der EU auf Temu viel zu häufig illegale Produkte angeboten werden, darunter gefälschte, gefährliche, giftige oder anderweitig umweltschädliche Waren.

Besonders alarmierend waren die Ergebnisse bei Testkäufen von Baby-Spielzeug und Kleinelektronik. Ein sehr hoher Anteil der Ladegeräte fiel bei grundlegenden Sicherheitstests durch. Bei Baby-Spielzeug wurden mittlere bis hohe Sicherheitsrisiken festgestellt, etwa durch chemische Werte, die alle EU-Grenzwerte überschritten, oder durch ablösbare Kleinteile, die zum Ersticken führen können.