Die EU-Mitgliedstaaten haben die für Mitte Juli vorgesehene automatische Anpassung des Preisdeckels für russisches Öl bis zum 23. Juli 2026 ausgesetzt und damit ein vorläufiges Zeichen im Streit um das 21. Sanktionspaket gegen Russland gesetzt.
Die Vertreter der Mitgliedstaaten verständigten sich nach Angaben von Diplomaten darauf, eine eigentlich an diesem Mittwoch anstehende automatische Anpassung bis zum 23. Juli auszusetzen. Ohne die Aussetzung hätte die derzeitige Preisobergrenze von 44,1 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) nun deutlich angehoben werden müssen. Die Aussetzung ist als Übergangslösung gedacht.
Hintergrund: Preisdeckel und Iran-Krieg
Hintergrund des Schritts ist die Lage auf den Weltmärkten: Die EU wird ihr Sanktionssystem zur Begrenzung von Russlands Einnahmen aus Ölexporten trotz der gestiegenen Weltmarktpreise wegen des Iran-Kriegs vorerst nicht lockern. An das Szenario eines drastischen Anstiegs der Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus war bei der Festlegung allerdings nicht gedacht worden.
