Eskalation zwischen USA und Iran: Teheran droht mit Vergeltung, Pentagon meldet neue Angriffe
Teheran/Washington, 19. Juli 2026
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Kurzfassung
Im eskalierten Konflikt zwischen den USA und dem Iran droht die Führung in Teheran mit Vergeltung. Nach neuen US-Luftschlägen auf iranische Militärziele stieg die Zahl getöteter US-Soldaten auf 16. Die Lage wird von Experten als zunehmend außer Kontrolle beschrieben.
Teheran/Washington, 19. Juli 2026
Im Krieg zwischen den USA und dem Iran hat die Führung in Teheran den USA nach neuen amerikanischen Luftangriffen mit Vergeltung gedroht, während die Zahl der getöteten US-Soldaten nach Angaben des Pentagons auf 16 gestiegen ist.
Die iranische Führung unter Chamenei, der sich seit dem Tod seines Vaters bei US-israelischen Angriffen am 28. Juli 2026 erstmals wieder öffentlich geäußert hat, kündigte in einer schriftlichen Erklärung Vergeltung an. "Da der amerikanische Feind nun auf Kriegstreiberei, die Übernahme noch schwererer Kosten und eine noch größere Schande aus ist, soll er wissen, dass das geliebte iranische Volk und die Widerstandsfront unvergessliche Lektionen für ihn bereithalten", hieß es in der Mitteilung.
Chamenei kündigt "unvergessliche Lektionen" an
Auslöser der neuen Eskalationsstufe war nach Angaben des US-Regionalkommandos CENTCOM eine iranische Attacke auf amerikanische Soldaten in Jordanien, bei der mehrere US-Soldaten getötet wurden. Die Angriffswelle der US-Armee habe darauf abgezielt, die iranischen Revolutionsgarden für diese tödliche Attacke "schnch zu bestrafen", teilte CENTCOM mit.
In der Nacht zum Sonntag seien iranische Anlagen zur Flugabwehr und zur Küstenüberwachung "erfolgreich" angegriffen worden. Nach Darstellung des iranischen Gesundheitsministeriums starben seit der neuen Eskalation mit den USA vor gut einer Woche mindestens 50 Menschen. Mehr als 500 weitere Personen wurden demnach verletzt.
Die offiziell bekannte Zahl der im Krieg gegen den Iran gefallenen US-Soldaten stieg damit auf 16. Es war das erste Mal seit den Anfangstagen des Iran-Krieges vor fast fünf Monaten, dass das US-Militär wieder Tote durch iranischen Beschuss meldete.
Neue US-Angriffe auf iranische Luftabwehr
Der Iran habe sich inzwischen auf die amerikanischen Abwehrsysteme eingestellt und feuere Raketen ab, die mit extrem hoher Geschwindigkeit fliegen und während ihres Sturzflugs manövrieren könnten, zitierte das "Wall Street Journal" US-Beamte.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich nach Angaben des Senders NewsNation zu den Todesfällen unter den amerikanischen Soldaten mit den Worten: Das sei "eine sehr traurige Sache". Auf Nachfragen zu möglichen Konsequenzen sagte Trump nach Angaben von NewsNation, das sei ihm "völlig egal". Gleichzeitig bekräftigte er einmal mehr, der Iran dürfe keine Atomwaffen haben.
Trump spricht von "sehr trauriger Sache"
Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte, sein Land habe das Mitte Juni mit den Vereinigten Staaten vereinbarte Rahmenabkommen ausgesetzt und fühle sich nicht mehr daran gebunden. "Leider haben die Amerikaner mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen", führte Gharibabadi weiter aus. Vereinbart im Abkommen war, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal zur Beendigung des Krieges auszuhandeln.
Teheran kündigt Rahmenabkommen
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf der Onlineplattform X, es werde immer deutlicher, "dass die Ereignisse allmählich außer Kontrolle geraten". Sofern sich nicht bald etwas Wesentliches ändere, steuere der Konflikt auf eine "weitaus gefährlichere Phase" zu, die für beide Seiten immer schwerer einzudämmen sein könnte.
Citrinowicz warnte zugleich vor einer Ausweitung des Konflikts, in den die mit Washington verbündeten Golfstaaten noch direkter hineingezogen werden könnten. Unter diesen Umständen werde es äußerst schwierig, "die Eskalationsspirale unter Kontrolle zu halten".
Experte warnt vor Ausweitung des Konflikts
Die Vereinigten Arabischen Emirate forderten unterdessen "ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten sowie eine rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch". Das Außenministerium der Emirate mahnte auf der Plattform X einen "sofortigen Stopp der Eskalation" und äußerste Zurückhaltung an, "um gefährliche Auswirkungen und ein Abgleiten der Region in ein neues Ausmaß an Gewalt und Instabilität zu verhindern".
Emirate fordern sofortiges Ende der Gewalt
Angesichts des praktisch nicht vorhandenen Vertrauens zwischen Washington und Teheran, der zunehmend erschöpften Vermittler und eines Dialogs, der vor allem über Militärschläge geführt werde, "ist das Risiko einer weiteren Eskalation mittlerweile größer als die Aussichten auf eine Deeskalation", hieß es in einer Einschätzung von Beobachtern.
Der Druck auf US-Präsident Donald Trump, der sich im eigenen Land angesichts des dort unpopulären Krieges ohnehin mit Unzufriedenheit konfrontiert sieht, dürfte mit dem Tod der US-Soldaten weiter steigen. Trump sagte nach Angaben von NewsNation, er "sehe das ungern", bekräftigte aber einmal mehr, der Iran dürfe keine Atomwaffen haben.
Wie CENTCOM am Morgen nach Abschluss der neuen Angriffswelle mitteilte, seien "erfolgreich" militärische Küstenüberwachungs- und Flugabwehranlagen sowie Raketen- und Drohnenlagerstätten angegriffen worden. Berichte im Iran über einen US-Raketenangriff nahe Gheschm hielten sich zunächst hartnäckig.
Ein iranischer Minister äußerte sich der staatlichen Agentur zufolge in einem TV-Interview knapp: "Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt".
Die Gesamtlage wird von Analysten als kritisch eingestuft. Die Spirale aus Vergeltung und Gegenschlägen, so die Warnung, könne nur schwer durchbrochen werden, solange beide Seiten ausschließlich über militärische Mittel kommunizierten.
Fragen & Antworten
Wer hat die Vergeltung gegen die USA angekündigt?
Die iranische Führung unter Chamenei kündigte in einer schriftlichen Erklärung Vergeltung an und sprach von "unvergesslichen Lektionen" für den "amerikanischen Feind".
Wie viele US-Soldaten sind bisher im Iran-Krieg gefallen?
Nach Angaben des Pentagons stieg die Zahl der getöteten US-Soldaten auf 16. Es war das erste Mal seit den Anfangstagen des Konflikts vor fast fünf Monaten, dass das US-Militär wieder Tote durch iranischen Beschuss meldete.
Warum hat der Iran das Rahmenabkommen mit den USA ausgesetzt?
Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte, die USA hätten mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen die Absichtserklärung von Islamabad verstoßen, weshalb sich der Iran nicht mehr daran gebunden fühle.
USA-Iran-Krieg: Rache-Drohungen und neue Angriffe am | finanz360