Brüssel, 21 August 2026

Ein Jahr nach dem EU-US-Zolldahl kämpft die deutsche Exportwirtschaft mit der Unberechenbarkeit der US-Handelspolitik, während Präsident Donald Trump zuletzt am Beispiel Kanada erneut seine sprunghafte Zollpolitik unter Beweis stellte.

Kanada als Menetekel der US-Handelspolitik

Die Hoffnung auf eine Beruhigung des transatlantischen Handels hat sich nicht erfüllt. Zwölf Monate nach dem als Durchbruch gefeierten EU-US-Zolldahl herrscht in der deutschen Industrie eine Mischung aus Ernüchterung und Anpassungsdruck. Wöchentlich neue Ankündigungen aus Washington, ständig wechselnde Drohgebärden auf Social Media und kurzfristig verhängte Sonderzölle haben die Planungsgrundlage vieler Mittelständler und Großkonzerne ausgehöhlt.

Dass die Lage jederzeit kippen kann, zeigte sich zuletzt am Beispiel Kanada. Wie unbeständig Trump ist, demonstrierte er jüngst am Beispiel des Nachbarlandes: Nach der Verhängung eines Zolls von 25 Prozent auf nahezu alle Waren im vergangenen Jahr drohte Trump zeitweise mit einem Satz von 100 Prozent. Hintergrund war aus Sicht der US-Regierung angeblich, dass das Nachbarland zu wenig gegen den Drogenschmuggel über die Grenze unternimmt. Die Eskalationsspirale verdeutlichte, dass selbst bestehende Abkommen keinen verlässlichen Rahmen mehr bieten.