Ecuadors Nationaltrainer Beccacece tritt nach WM-Aus gegen Mexiko zurück
Mexiko-Stadt, 01. Juli 2026
Bryan Berlin / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Nach dem 0:2 Ecuadors gegen Mexiko im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft ist Sebastián Beccacece als Nationaltrainer Ecuadors zurückgetreten. Sein Vertrag wäre noch bis Ende 2026 gelaufen, eine Verlängerung war ohnehin nicht vorgesehen.
Nach dem 0:2 (0:2) im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Mexiko ist Sebastián Beccacece als Nationaltrainer Ecuadors zurückgetreten.
Sebastián Beccacece, der das Amt im August 2024 übernommen hatte, erklärte seinen Rücktritt unmittelbar nach dem Aus im mexikanischen Azteca-Stadion. Der 45-Jährige sagte, er verabschiede sich mit "großer Dankbarkeit, großer Gelassenheit und innerem Frieden, denn wir haben alles gegeben". Sein Vertrag in Ecuador war bis zum 31. Dezember 2026 datiert; eine Verlängerung war nach Angaben aus seinem Umfeld nicht vorgesehen.
Spielverlauf: Früher Rückstand und klare Dominanz Mexikos
Schon nach einer guten halben Stunde lag Ecuador gegen den Co-Gastgeber Mexiko mit 0:2 zurück und war im ersten Durchgang "klar unterlegen", wie es in der Spielanalyse hieß. Das Achtelfinale war Endstation für die Südamerikaner, die das Ziel, "die beste WM in der Geschichte Ecuadors zu spielen", verfehlten. Beccacece sagte: "Wir haben es nicht geschafft, unser Ziel zu erreichen - nämlich die beste WM in der Geschichte Ecuadors zu spielen".
In der Vorrunde hatte Ecuador ein durchwachsenes Bild abgegeben. Nach einer 0:1-Niederlage gegen die Elfenbeinküste und einem 0:0 gegen Curaçao stand die Mannschaft vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Deutschland unter Druck. Mit einem 2:1-Sieg gegen den amtierenden Europameister qualifizierte sich Ecuador noch für die Runde der letzten 32, obwohl Beccacece in einem Stadion in der Stadt für einen kurzen Moment internationale Aufmerksamkeit erregte: Er kletterte nach dem Schlusspfiff auf die Tribüne, um mit seiner Frau Patricia und seinen beiden Töchtern zu feiern.
Qualifikation mit Kraftakt: Platz zwei hinter Argentinien
Die Qualifikation für die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada war Beccacece zuvor mit einer starken Serie gelungen. Ecuador hatte in der südamerikanischen Qualifikation den zweiten Platz belegt, vor Uruguay, Kolumbien und Brasilien. Den entscheidenden Impuls setzte ein 1:0-Sieg gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien, elf ungeschlagene Spiele in Folge sicherten dem Verband das Ticket.
Trotz dieses sportlichen Lebenslaufs war die Luft für Beccacece in den vergangenen Wochen dünner geworden. Nach dem torlosen Remis gegen Curaçao hatten einzelne Experten öffentlich seine Entlassung gefordert; zudem habe es, wie es in Berichten hieß, "Widerstand aus dem Kader" gegen den argentinischen Coach gegeben. Beccacece äußerte sich zu diesen Spannungen nicht im Detail, betonte aber den Teamgeist.
Innere Spannungen und Kritik an Beccacece
Bei seiner emotionalen Verabschiedung sagte er: "Die Ergebnisse geben den Ton an, und heute muss ich mich von einer wunderschönen, wunderbaren Familie verabschieden." An anderer Stelle ergänzte er: "Heute ist es an der Zeit, sich von einer wunderbaren Familie zu verabschieden." Beide Male sprach er die Mannschaft, den Betreuerstab und den Verband als Gemeinschaft an.
Über seine persönliche Zukunft sagte Beccacece: "Ich werde nun erstmal Zeit mit meiner Familie verbringen, mich erholen und zurückschauen, was ich besser hätte machen können." Gleichzeitig zog er eine positive Bilanz seiner Amtszeit: "Ich denke, dass wir ein Erbe hinterlassen. Es war ein großartiges Abenteuer mit einem bittersüßen Ende."
Das sportliche Ende selbst hatte sich abgezeichnet. In der ersten Hälfte dominierte Mexiko, das im eigenen Land und vor heimischer Kulisse antrat. Die Tore früh in der Partie stellten die Weichen. Auch danach fand Ecuador gegen die kompakt stehenden Gastgeber kein Mittel mehr, das Spiel zu drehen.
Ausschreitungen und organisatorische Probleme an den Spielorten
Begleitet wurde das Achtelfinale von teils tumultartigen Szenen rund um die Stadien. In Monterrey hatte der Sender Telediario von Verletzten bei einer Auseinandersetzung in der Fan Zone berichtet; die Polizei setzte Pfefferspray ein. Das Parque Fundidora in Monterrey war laut der Zeitung El Norte mit rund 100.000 Menschen an seiner Kapazitätsgrenze angelangt, die Zugänge wurden geschlossen. In Guadalajara meldete der Sender Milenio Festnahmen nach Ausschreitungen an einer Fan Zone.
Im Azteca-Stadion selbst richteten mexikanische Fans nach Angaben aus dem Umfeld der Mannschaft homophobe Gesänge gegen Ecuadors Torhüter Hernán Galindez, wenn dieser den Ball ins Spiel brachte. Der Anstoß der Partie war laut FIFA-Ansage wegen eines Unwetters über Mexiko-Stadt um eine Stunde verschoben worden.
Beccacece hatte in 24 Partien als ecuadorianischer Nationaltrainer im Schnitt 1,63 Punkte pro Spiel geholt. Der Kader der Südamerikaner für die Endrunde war mit einem Marktwert von 368,70 Millionen Euro und 26 Spielern ausgestattet. Mit der Qualifikation für die K.o.-Runde hatte Ecuador die in den Vorrundenspielen aufgetretenen Schwächen aber nur teilweise korrigieren können.
Trainerwechsel im Turnier und Ausblick auf weitere Achtelfinalspiele
Sein Ausscheiden reiht sich ein in weitere Trainerwechsel im Turnier. Der niederländische Verband KNVB hatte Ende Juni 2026 mitgeteilt, dass Bondscoach Ronald Koeman nach dem Aus im Achtelfinale gegen Marokko zurückgetreten sei. England trifft im Achtelfinale auf die DR Kongo, die USA spielen gegen Bosnien und Herzegowina.
Parallel hatte Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel auf das wissenschaftliche Elfmeterprogramm des englischen Verbandes verwiesen, das vor acht Jahren mit Experten entwickelt worden war. "Wir machen, was wir können. Es geht um Entscheidungsfindung, um Entschlossenheit, um Wiederholungen. Der Verband hat ein Programm dafür, dem wir bis ins Detail folgen", sagte Tuchel. England hat seit 2018 drei von vier Elfmeterschießen gewonnen, nur das EM-Finale 2021 ging verloren.
Abseits des Platzes hatte die US-Weltraumbehörde NASA zur WM einen Spielball zur Internationalen Raumstation ISS geschickt. NASA-Chef Jared Isaacman erklärte, der Ball solle das US-Team zusätzlich motivieren, das Turnier zu gewinnen. Kylian Mbappé hat unterdessen mit 18 Toren in drei WM-Teilnahmen zu Lionel Messi in der ewigen Torschützenliste aufgeschlossen; Messi kommt in seiner sechsten WM auf 19 Treffer.
Für Beccacece, geboren am 17. Dezember 1980, endet mit dem Aus in Mexiko ein Kapitel, das sportlich durchaus Spuren hinterließ: ein zweiter Platz in der Qualifikation, der historische Sieg gegen den Weltmeister Argentinien und der Einzug in die K.o.-Runde einer WM. Dass die Mannschaft das selbst gesteckte Ziel verfehlte, blieb der Makel. "Es ging darum, das Ziel zu erreichen, das wir uns gesetzt hatten. Nun ja, so ist der Fußball eben", sagte der Coach.
Fragen & Antworten
Wer ist Sebastián Beccacece?
Sebastián Beccacece ist ein argentinischer Fußballtrainer, der im August 2024 die Nationalmannschaft Ecuadors übernahm und nach dem WM-Achtelfinale gegen Mexiko am 1. Juli 2026 zurücktrat.
Wie ist Ecuador bei der WM 2026 ausgeschieden?
Ecuador verlor im Achtelfinale in Mexiko-Stadt mit 0:2 gegen Mexiko, nachdem es bereits nach einer halben Stunde 0:2 zurückgelegen hatte.
Welches Ziel hatte Ecuador bei dieser WM?
Laut Beccacece war das Ziel, die beste WM in der Geschichte Ecuadors zu spielen; dieses Ziel wurde nach dem Achtelfinal-Aus verfehlt.
Beccacece Rücktritt Ecuador WM-Aus gegen Mexiko | finanz360