Der österreichische Kreditversicherer Creditreform meldet für die erste Jahreshälfte 2026 einen Rückgang der Firmeninsolvenzen, beobachtet aber gleichzeitig einen deutlichen Anstieg der Privatinsolvenzen, der laut Geschäftsführer Gerhard Weinhofer auf das Auslaufen einer vereinfachten Entschuldungsregelung zurückzuführen ist.

Der österreichische Kreditversicherer Creditreform zieht für das erste Halbjahr 2026 eine gemischte Bilanz. Während die Zahl der Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen ist, hat die Zahl der Privatinsolvenzen merklich zugenommen. Das Unternehmen sieht darin weniger eine grundsätzliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der privaten Haushalte als vielmehr einen administrativen Effekt.

Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer erklärte, der plötzliche Anstieg der Privatinsolvenzen sei nicht zwingend Ausdruck einer finanziellen Überlastung vieler Haushalte. Er verwies auf das Auslaufen einer besonders einfachen und schnellen Entschuldungsmöglichkeit für Privatpersonen, die in den vergangenen Jahren in Anspruch genommen wurde. Mit dem Wegfall dieser Regelung sei der Weg in die reguläre Privatinsolvenz für manche Betroffene der einzige verbliebene Ausweg geworden.