Christopher Nolan verfilmt Homers Odyssee als ersten vollständig in 70-mm-IMAX gedrehten Spielfilm
Los Angeles, 16 Juli 2026
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Kurzfassung
Christopher Nolan bringt Homers Epos «Odyssee» am Donnerstag weltweit in die Kinos. Der Film mit Matt Damon als Odysseus, Anne Hathaway als Penelope und Tom Holland als Telemachos ist der erste Spielfilm, der vollständig mit 70-mm-IMAX-Kameras gedreht wurde. Produziert wurde das auf rund 250 Millionen US-Dollar veranschlagte Werk von Universal Pictures an realen Schauplätzen in mehreren Ländern.
Los Angeles, 16 Juli 2026
Der britisch-US-amerikanische Regisseur Christopher Nolan bringt Homers antikes Epos «Odyssee» am Donnerstag weltweit in die Kinos und realisiert damit den ersten Spielfilm, der vollständig mit 70-mm-IMAX-Kameras gedreht wurde.
Der Cast: Stars in antiken Rollen
Bereits im Vorfeld der Premiere gilt die Verfilmung als eines der ehrgeizigsten Kinoprojekte der vergangenen Jahre. Universal Pictures produziert das Werk mit einem Budget von rund 250 Millionen US-Dollar, das es dem Team ermöglichte, an realen Schauplätzen in mehreren Ländern zu drehen. Matt Damon übernahm die Titelrolle des Odysseus, König von Ithaka, der nach dem Trojanischen Krieg zehn Jahre lang um die Heimkehr kämpft. Für die Rolle habe er sich auf 76 Kilo heruntergehungert, berichten Produktionskreise; Damon spiele einen «erschöpften, vom Krieg gezeichneten, gebrochenen Helden».
Anne Hathaway ist als Penel Odysseus' treuer Frau Penelope besetzt, die in seiner Abwesenheit das heimische Reich gegen eine Schar habgieriger Freier verteidigt. Tom Holland spielt den gemeinsamen Sohn Telemachos, der als junger Mann Verantwortung übernehmen muss. Zum weiteren Ensemble gehört Robert Pattinson in der Rolle eines der Freier. Damit tritt ein hochkarätiger Cast an, der den Stoff in zweieinhalb Stunden Spieldauer trägt.
Homers Stoff: Ein Epos und seine Wirkung
Homers «Odyssee», entstanden wahrscheinlich im 8. Jahrhundert v. Chr. und an die «Ilias» anknüpfend, gilt als eines der ältesten und einflussreichsten Werke der europäischen Literatur. Die insgesamt 24 Gesänge, ursprünglich auf Buchrollen verteilt, erzählen auf nur 40 erzählten Tagen die gesamte zehnjährige Fahrt des Helden. Der Stoff hat die Populärkultur über Jahrhunderte geprägt: Von der ersten kommerziellen Spielkonsole, einem «Assassin's Creed»-Ableger, Stanley Kubricks «2001: A Space Odyssey» bis hin zu einer Mars-Sonde tragen zahlreiche Produkte und Werke den Namen der Erzählung in sich.
Im Zentrum von Nolans Interpretation steht die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet. «In der 'Odyssee' geht es grundsätzlich darum, was Heimat wirklich bedeutet», beschreibt der Regisseur den Kern des Stoffes. Krieg, Liebe und Tod seien die zentralen Themen, so Nolan weiter. Schon in früheren Werken wie «The Dark Knight», «Interstellar» oder «Oppenheimer» sieht der Regisseur Motive der antiken Reise angelegt: «Alles, was ich in der Vergangenheit gemacht habe, hat mich an diesen Ort gebracht.»
Polyphem, Sirenen und die Liste des Helden
In der griechischen Mythologie ist Odysseus der listenreiche König, der mit dem Trojanischen Pferd den zehnjährigen Krieg gegen Troja entschied. Nach dem Sieg versucht er, auf die heimatliche Insel Ithaka zurückzukehren, doch Götter und Naturgewalten verlängern seine Reise. Auf der Heimfahrt begegnet er unter anderem dem Zyklopen Polyphem, den er als «Niemand» täuscht, bevor er ihn betrunken macht und blendet. Auch die Verführung durch die Sirenen spielt eine Rolle, der seine Crew entkommt, weil sie sich die Ohren mit Wachs verstopft.
Während der zehn Jahre seiner Abwesenheit drängen in Ithaka zahlreiche Freier in den Palast und bedrängen Penelope. Die Königin hält sie mit Klugheit auf Abstand. So trennt sie nachts das Grabtuch für Odysseus' Vater Laertes wieder auf, an dem sie tagsüber webt, um Zeit zu schinden. Penelope, so betont der Film, sei «mehr als die Tapfere, die 20 Jahre lang auf ihren Mann gewartet hat».
Technisches Novum: 70-mm-IMAX durchgehend
Nolans «The Odyssey» ist eine visuelle Demonstration neuer Filmtechnik. Mit einer Gesamtlänge von zwei Stunden und 52 Minuten handelt es sich um den ersten Spielfilm, der lückenlos im Bildformat 1,43:1 mit 70-mm-IMAX-Kameras gedreht wurde. Reel für Reel, also filmrollenweise, gedreht: Die IMAX-Filmrollen dauern jeweils nur zweieinhalb Minuten. «Diese IMAX-Filmrollen dauern nur zweieinhalb Minuten», erzählt Matt Damon. «Deshalb musste man in jeder längeren Szene, die ich mit Anne Hathaway alias Penelope drehte, anhalten und warten, bis die Kamera neu geladen war.» Das sei technisch herausfordernd gewesen, es habe aber auch Spaß gemacht: «Weil das vorher noch nie jemand gemacht hatte.»
Die Dreharbeiten stellten für die Besetzung auch körperlich eine Herausforderung dar. Robert Pattinson, der einen der Freier spielt, beschreibt den Alltag am Set: «Bei einem normalen Hollywoodfilm ist das Basislager 10 Sekunden vom Set entfernt. Bei einem Nolan-Film sind es eher 45 Minuten Fußmarsch – in Sandalen und voller Montur.» Die Produktion an den weitläufigen Außenmotiven erforderte Ausdauer und historische Kostüme unter freiem Himmel.
Über die tatsächliche geografische Heimat des Odysseus wird bis heute gerätselt. Manche Geologen sind überzeugt, dass es sich nicht um die heute als Ithaka bekannte ionische Insel handelt, sondern um die nahegelegene Halbinsel Paliki. Eine französische Dokumentation mit dem Titel «Auf den Spuren von Odysseus» aus dem Jahr 2025, die aktuell in der ZDF-Mediathek verfügbar ist, greift diese These auf. Nolan selbst hat sich zur Frage des konkreten Schauplatzes bisher nicht geäußert.
Wo lag Ithaka? Eine alte Debatte
Optisch setzt der Film laut ersten Reaktionen auf einen scharfen 70-mm-Look und eine ästhetisch stilvoll gewählte Farbpalette, die «nie zu bunt, aber auch nicht langweilig farblos» ausfalle. Die Mischung aus antikem Sujet und moderner Bildgewalt soll das Kinoerlebnis prägen. Damit tritt der Film in eine Reihe mit anderen Großproduktionen, die das Format 70-mm-IMAX bereits in einzelnen Sequenzen genutzt hatten, geht aber als erster Spielfilm den Schritt zur durchgehenden Verwendung.
Mit dem Kinostart am Donnerstag beginnt zugleich die internationale Vermarktung des Films. Universal Pictures rechnet in zahlreichen Märkten mit einer breiten Auswertung, darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Schon im Vorfeld haben Medienberichte das Projekt als eines der ehrgeizigsten Kinoereignisse des Jahres eingeordnet. Die Kombination aus Homer-Stoff, Starbesetzung und dem technischen Novum der 70-mm-IMAX-Produktion macht den Film zu einem Großereignis für Leinwandkinobetreiber wie für Zuschauer gleichermaßen.
Fragen & Antworten
Wer spielt die Hauptrollen in Nolans «Odyssee»?
Matt Damon übernimmt die Rolle des Odysseus, Anne Hathaway spielt seine Frau Penelope, und Tom Holland ist als Sohn Telemachos besetzt. Robert Pattinson tritt als einer der Freier auf.
Was macht die technische Umsetzung des Films besonders?
«The Odyssey» ist der erste Spielfilm, der vollständig mit 70-mm-IMAX-Kameras gedreht wurde, und hat eine Gesamtlänge von zwei Stunden und 52 Minuten im Bildformat 1,43:1. Die IMAX-Filmrollen fassen nur zweieinhalb Minuten, weshalb bei längeren Szenen das Material mehrfach gewechselt werden musste.
Worum geht es in Homers «Odyssee»?
Das Epos, wahrscheinlich aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. und an die «Ilias» anknüpfend, erzählt auf 40 erzählten Tagen die zehnjährige Heimfahrt des Odysseus nach Ithaka nach dem Trojanischen Krieg. Odysseus begegnet auf seiner Reise dem Zyklopen Polyphem und den Sirenen, während zu Hause seine Frau Penelope die Freier mit List hinhält.
Nolans Odyssee: Erster 70-mm-IMAX-Spielfilm mit Matt Damon | finanz360