Chinas staatlich ausgeweitete Industriekapazitäten und seine aggressive Exportstrategie setzen die deutsche Industrie in immer mehr Branchen unter Druck, während die EU neue Handelsinstrumente vorbereitet.

Laut dem aktuellen chinesischen Fünfjahresplan sollen die Industriekapazitäten von 30 auf 45 Prozent steigen. China produziert deutlich mehr, als es selbst braucht, und drängt damit mit günstigen Waren auf die europäischen Märkte. Schon seit dem WTO-Beitritt der Volksrepublik im Jahr 2001 fließen chinesische Produkte in großem Stil auf die Weltmärkte – doch die aktuelle Welle, oft als „China-Schock 2.0" beschrieben, trifft die deutsche Wirtschaft in einer Phase struktureller Schwäche.

Handelsbilanz kippt

Im Jahr 2025 wuchs das deutsche Handelsdefizit mit China sprunghaft auf 89,3 Milliarden Euro. Im selben Jahr überholte China die USA als wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Die Importe aus der Volksrepublik stiegen um 8,8 Prozent auf 170,6 Milliarden Euro, während die deutschen Exporte nach China um fast ein Zehntel schrumpften. „Während die EU-Exporte nach China in den letzten zehn Jahren nur leicht gestiegen sind, haben sich die Importe aus China fast verdoppelt", heißt es in der Auswertung.