Deutsche Exporte im Mai den vierten Monat in Folge gestiegen
Wiesbaden, 09. Juli 2026
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Kurzfassung
Die deutschen Exporte sind im Mai 2026 den vierten Monat in Folge gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, kletterten die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent auf 137,9 Milliarden Euro, getragen vor allem von Lieferungen in die USA.
Die deutschen Exporte sind im Mai 2026 den vierten Monat in Folge gestiegen und lagen kalender- und saisonbereinigt bei 137,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte.
Zum Vorjahresmonat Mai 2025 stand ein Plus von 6,1 Prozent. Die Ausfuhren haben damit erneut zugelegt und die Erwartungen vieler Ökonomen übertroffen. „Die deutschen Exporte sind dank eines starken Geschäfts mit den USA im Mai den vierten Monat in Folge gewachsen“, hieß es aus dem dpa-Newskanal.
Hauptgrund für den Anstieg war nach Angaben der Statistiker die höhere Nachfrage vor allem aus den USA sowie aus China. Die meisten deutschen Exporte gingen erneut in die USA: Dorthin wurden im Mai Waren im Wert von 14,1 Milliarden Euro exportiert, „fast ein Viertel (23,1 Prozent) mehr als im April“, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gemessen am Vorjahresmonat waren die Exporte in die Vereinigten Staaten gut 15 Prozent höher.
Wirtschaftliche Stimmung
Wirtschaftliche Stimmung
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sprach von einem starken Monat für die deutsche Wirtschaft. „Für die deutsche Wirtschaft war der Mai ein guter Monat“, sagte Gitzel. „Die vielerorts befürchtete wirtschaftliche Delle im zweiten Quartal dürfte ausbleiben.“ Gitzel verwies zugleich darauf, dass die üppigen Exportzuwächse gegenüber den USA nicht als Trendwende im transatlantischen Handel verstanden werden sollten.
Tatsächlich sieht der Bankvolkswirt die Entwicklung mit Blick auf die US-Handelspolitik zwiespältig. „Die Handelshemmnisse haben sich mit den Trump´schen Zöllen erhöht, gleichzeitig verlagern viele Unternehmen ihre Produktion direkt in die USA“, sagte Gitzel. Damit werde das Exportvolumen über den Atlantik nachhaltig geringer sein.
Auch die Konjunktur im Absatzland selbst stützt die Nachfrage nach deutschen Waren. „Den Exporten hilft, dass die US-Wirtschaft weiter dampft“, sagte der Chefvolkswirt von ABN Amro Deutschland, Alexander Krüger. Die US-Konjunktur gilt als robuster als die europäische, was deutschen Herstellern etwa in der Autobranche, im Maschinenbau und in der Chemie zugutekommt.
Lieferungen in die EU-Staaten entwickelten sich dagegen schwächer
Lieferungen in die EU-Staaten entwickelten sich dagegen schwächer. In die EU-Staaten wurden im Mai Waren im Wert von 78,3 Milliarden Euro exportiert, ein Minus von 1,1 Prozent gegenüber April. Der EU-Binnenmarkt bleibt damit zwar das größte Absatzgebiet für deutsche Produkte, doch die Dynamik fehlt. Insgesamt gingen die Ausfuhren in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union also leicht zurück.
Wachstumstreiber Großbritannien
Wachstumstreiber Großbritannien
Etwas besser lief es im Vereinigten Königreich. Die Ausfuhren nach Großbritannien nahmen zum Vormonat leicht auf 6,7 Milliarden Euro zu. Großbritannien hat sich in den vergangenen Monaten als vergleichsweise stabiler Handelspartner erwiesen, auch wenn das Volumen im Vergleich zu den USA oder zur EU deutlich kleiner ausfällt.
Die Importe gingen im Mai zugleich zurück. Die Importe nach Deutschland sanken im Mai um 2,5 Prozent gemessen am April auf 118,8 Milliarden Euro. Zum Vorjahresmonat Mai stand dagegen ein Plus von 6,9 Prozent. Damit hat sich die Außenhandelsbilanz verbessert: In der deutschen Außenhandelsbilanz stand damit insgesamt unterm Strich ein Überschuss von 19,1 Milliarden Euro, deutlich mehr als im April (14,7 Milliarden Euro).
Hintergründe und Risiken
Hintergründe und Risiken
Die Daten wurden am Donnerstag auf vorläufiger Basis veröffentlicht. Auch die Einzelhandelsumsätze, die Industrieaufträge und die Produktion waren im Mai gewachsen. Das spricht für eine breitere konjunkturelle Erholung, auch wenn die Rahmenbedingungen schwierig bleiben.
Belastend wirken vor allem die höheren Energiepreise und die erhöhte Inflation, die Verbraucherinnen und Verbraucher verunsichern. In der Folge zogen auch die Ölpreise an, nachdem US-Präsident Donald Trump am Mittwoch den vorläufigen Waffenstillstand für nichtig erklärt und erneut Ziele im Iran angreifen ließ. „Trotz Belastungen durch den Iran-Krieg sind die deutschen Exporte im Mai überraschend den vierten Monat in Folge gestiegen“, hieß es in der Meldung.
Wirtschaftsleistung 2026
Wirtschaftsleistung 2026
Die Konjunkturaussichten für Deutschland bleiben allerdings gedämpft. Im ersten Quartal hatte es zu einem Plus von 0,3 Prozent gereicht. Für das Gesamtjahr 2026 sagen die meisten Ökonomen ein Wachstum von etwa einem halben Prozent voraus. Die sogenannten Wirtschaftsweisen erwarten in diesem Jahr nur ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent.
Ökonomen hatten im Durchschnitt mit einem leichten Rückgang gerechnet, weshalb die jetzt veröffentlichten Zahlen als positive Überraschung gelten. Die Kombination aus starkem US-Geschäft und robuster Industrieproduktion hat den Außenhandel gestützt.
Chinesische Waren in Deutschland
Chinesische Waren in Deutschland
Auf der Importseite dominiert weiterhin China: Die meisten Importe kamen erneut aus China: Von dort wurden Waren im Wert von 15,1 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt, zwei Prozent mehr als im Vormonat. Die Importe aus den USA stiegen um 11,5 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro, womit die Vereinigten Staaten nach China der zweitgrößte Lieferant für den deutschen Markt waren.
Vorsichtiger Ausblick
Insgesamt lag der Exportwert bei knapp 138 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vormonat April stiegen die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent. Die Daten veröffentlichte das Statistische Bundesamt (Destatis). Die Nachricht wurde am 09.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Vorsichtiger Ausblick
Trotz der starken Mai-Zahlen warnen Ökonomen vor verfrühter Euphorie. Die Belastungen durch den Nahost-Konflikt, die US-Zollpolitik und eine hartnäckig erhöhte Inflation könnten die Erholung in den kommenden Monaten wieder bremsen. Für die deutsche Wirtschaft steht daher viel auf dem Spiel: Gelingt es, die Dynamik aus dem Mai in die Sommermonate mitzunehmen, könnte das Mini-Wachstum für 2026 am Ende noch leicht übertroffen werden.
Fragen & Antworten
Wie hoch waren die deutschen Exporte im Mai 2026?
Die Exporte lagen kalender- und saisonbereinigt bei 137,9 Milliarden Euro und stiegen damit um 0,9 Prozent gegenüber April. Gegenüber dem Vorjahresmonat Mai 2025 betrug das Plus 6,1 Prozent.
Welches Land war im Mai der größte Abnehmer für deutsche Exporte?
Die USA waren erneut das wichtigste Exportland: Im Mai wurden Waren im Wert von 14,1 Milliarden Euro dorthin geliefert, ein Plus von 23,1 Prozent gegenüber April und rund 15 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Welche Risiken sehen Ökonomen für den deutschen Außenhandel?
Thomas Gitzel von der VP Bank warnt, dass die US-Zölle und Produktionsverlagerungen das Exportvolumen über den Atlantik dauerhaft senken dürften. Zudem belasten gestiegene Energiepreise, erhöhte Inflation und der Iran-Konflikt die Konjunktur.
Deutsche Exporte Mai 2026: Plus dank USA-Geschäft | finanz360