Dennis Radtke, Vorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), hat vorgeschlagen, die von der schwarz-roten Koalition geplante Pflicht zur ärztlichen Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag noch einmal zu überdenken.

Hintergrund: Geplante Verschärfung der Attestpflicht

Im ZDF-Morgenmagazin sagte Radtke, er habe Rückmeldungen erhalten, wonach Beschäftigte, die heute einen Tag fehlten, unter den neuen Regeln künftig drei oder fünf Tage ausfallen könnten. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, die Menschen seien zu faul“, sagte Radtke wörtlich. Auch warnte er davor, in der Debatte ein generelles Misstrauen gegenüber Kranken zu erzeugen.

Hintergrund ist ein Beschluss des Koalitionsausschusses von CDU/CSU und SPD. Danach soll die bisherige telefonische Krankschreibung abgeschafft und die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag verpflichtend werden. Bisher gilt die Attestpflicht ab dem vierten Krankheitstag, wobei Arbeitgeber bereits heute eine frühere Vorlage verlangen können. Betriebliche Regelungen mit abweichenden Frenzen sollen weiterhin möglich bleiben.