Der CDU-Arbeitnehmerflügel CDA hat die Pläne der schwarz-roten Koalition kritisiert, eine ärztliche Krankschreibung künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag verpflichtend vorzuschreiben.

CDA fordert rasche Abkehr vom Vorhaben

Der stellvertretende Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, wandte sich in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" gegen die im Koalitionsausschuss von Union und SPD vereinbarte Neuregelung. "Die Koalition muss dieses völlig unnötige Thema schnell abräumen", sagte Bäumler. Zugleich äußerte er die Sorge, dass die Menschen in Deutschland mit einer solchen Pflicht ein Misstrauenssignal erhielten: "Die Koalition sollte sich anderen Themen zuwenden, statt das Signal an die Menschen in Deutschland zu senden, dass sie ihnen misstraut."

Hintergrund der Kontroverse ist eine Vereinbarung des Koalitionsausschusses, die bisherige gesetzliche Regelung zu verschärfen. Bislang müssen Beschäftigte eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem vierten Krankheitstag vorlegen. Künftig soll dies nach dem Willen der Koalitionsspitzen bereits ab dem ersten Tag gelten. Damit soll der Krankenstand in den Unternehmen gesenkt werden, wie es aus den Reihen der Koalition heißt. Arbeitgeber sollen allerdings weiterhin abweichende Regelungen vereinbaren können.