Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat die Versorgung mit Waren und Baustoffen über den Rhein trotz anhaltend niedriger Wasserstände als gesichert bezeichnet, während die Bauindustrie vor Engpässen bei einzelnen Materialien warnt.

Angesichts der seit Wochen andauernden Niedrigwasserphase auf dem Rhein hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger nach eigenen Angaben keine Hinweise auf eine akute Gefährdung der Versorgung der Wirtschaft und der Bevölkerung. Die Lage werde von den zuständigen Stellen intensiv beobachtet, sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post. Die Binnenschifffahrt gehört zu den wichtigsten Transportwegen für Güter wie Kohle, Kraftstoffe, Chemierohstoffe und Baumaterialien in Deutschland, weshalb sinkende Pegelstände regelmäßig die Aufmerksamkeit von Politik und Wirtschaft auf sich ziehen.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) schlägt allerdings bereits Alarm. Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Lieferengpässe für erste Baustoffe sind von den Lieferanten bereits angekündigt worden für den Fall, dass die Situation noch länger anhält, wovon derzeit auszugehen ist“. Damit zeichnet sich nach Einschätzung der Branche ein Risiko ab, das über die ohnehin bestehenden logistischen Friktionen hinausgeht. Branchenvertreter fordern daher eine engere Abstimmung zwischen Verkehrspolitik, Wasserstraßenverwaltung und Bauunternehmen.