Bundestag und Bundesrat haben am Freitag den Weg für ein milliardenschweres Sparpaket der gesetzlichen Krankenversicherung freigemacht, das steigende Ausgaben abfedern und 2027 einen Anstieg der Krankenkassenbeiträge verhindern soll.

Das Gesetzespaket zielt darauf ab, eine gewachsene Finanzlücke von 18,8 Milliarden Euro zu schließen und den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz bei 2,9 Prozent zu stabilisieren. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erklärte, mit dem Paket werde genau diese Lücke geschlossen. Der allgemeine Beitragssatz, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte tragen, bleibt unverändert bei 14,6 Prozent des Bruttolohns.

Nach dem ursprünglichen Kabinettsentwurf, der nur einen Puffer von einer Milliarde Euro vorsah, waren die Einsparziele wegen rasch steigender Ausgaben der Kassen innerhalb weniger Wochen auf 18,8 Milliarden Euro angehoben worden. Warken hatte ursprünglich Einsparungen von 19,6 Milliarden Euro gegen ein zunächst erwartetes Defizit von 15,3 Milliarden Euro angepeilt. Der nun dem Bundestag zur Abstimmung vorgelegte Bericht des Haushaltsausschusses sieht für 2027 keine zusätzliche Reserve für Unwägbarkeiten vor; die Entlastung entspricht exakt der Defizithöhe.

Finanzielle Lücke und geplante Entlastungen

Für 2028 ist ein Mini-Puffer geplant: Entlastungen von 25,3 Milliarden Euro stehen einem erwarteten Loch von 25,0 Milliarden Euro gegenüber. Für 2029 und 2030 sind zwar jeweils mehr als 30 Milliarden Euro an Entlastungen vorgesehen, doch diese Summen decken die dann erwarteten Lücken nicht vollständig. Nach Angaben des Ministeriums sind 2027 Erhöhungen des Zusatzbeitrags um bis zu 3,5 Prozent möglich, sollten die Maßnahmen nicht greifen.