Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) hat am Donnerstag im brandenburgischen Golzow seine „Heimatagenda" präsentiert und damit den Auftakt seiner Sommertour durch Ostdeutschland verbunden.
Die 30-seitige Broschüre trägt den Titel „Miteinander ist es Heimat" und bündelt die Vorhaben des Ministeriums für die laufende Legislaturperiode. Im Mittelpunkt stehen nach Angaben des Ministeriums Bürokratieabbau, die Unterstützung ehrenamtlichen Engagements sowie eine Stärkung der Menschen vor Ort. Das Agrarressort ist in der schwarz-roten Bundesregierung für das Heimatportfolio zuständig.
Agenda mit drei Schwerpunkten
Zusammen mit Petra Bendkämper, Bundesvorsitzende des Landfrauenverbands, stellte Rainer die Agenda in Chorin bei Eberswalde vor. Bendkämper betonte, ländliche Räume seien „Chancenräume für die wirtschaftliche Entwicklung und die Transformation im Land". Um Familien anzusiedeln und Arbeitskräfte zu gewinnen, brauche es „gleichwertige Lebensverhältnisse".
Bendkämper wies darauf hin, dass vor allem junge Frauen die ländlichen Räume verließen: „In der Hauptsache verlassen junge Frauen die ländlichen Räume. Fehlende Bildungschancen und eine fehlende Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt sind die Ursache dafür." Sie sprach sich dafür aus, ehrenamtliches Engagement in den Regionen stärker zu unterstützen, etwa indem bezahlte Stellen neben Ehrenamtliche treten.
Infrastruktur in Golzow
In Golzow, einem Ortsteil von Chorin im Landkreis Barnim, wird die Infrastrukturfrage besonders sichtbar. Im Ort gibt es keine Bäckerei, keinen Zeitungsladen und keinen Supermarkt; die nächsten Arztpraxen liegen mehrere Kilometer entfernt in Britz oder Joachimsthal. Bedient wird der Ort nur durch einen Bedarfshalt der Schorfheidebahn.
