Berlin, 17 Juli 2026

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ angekündigt, dass ihre Regierung bald konkrete Vorschläge vorlegen werde, um Krankschreibungen per Online-Fragebogen ohne Arzt-Patienten-Kontakt zu stoppen.

Warken sagte dazu wörtlich: „Wir werden bald konkrete Vorschläge vorlegen, um eine Krankschreibung per Online-Fragebogen ohne Arzt-Kontakt zu unterbinden.“ Sie betonte, die geplanten Maßnahmen würden dem Missbrauch „endlich einen Riegel vorschieben“. Krankschreibungen im Rahmen einer Videosprechstunde sollen dagegen weiterhin möglich bleiben. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des IGES Instituts bieten rund 20 Prozent der Arztpraxen Videosprechstunden an.

Hintergrund der Debatte ist die Krankenversicherungsreform, die in der Vorwoche vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet worden war. Sie sieht unter anderem vor, dass Beschäftigte bereits ab dem ersten Krankheitstag eine ärztliche Krankschreibung vorlegen müssen. Bislang galt eine Pflicht zur Krankschreibung erst ab dem vierten Krankheitstag. Die Reform soll laut Regierung rund 19 Milliarden Euro an Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung erzielen.