Bundesanwaltschaft: Beschuldigter hatte Bekennervideo – Ermittler gehen von geplantem Hamas-Anschlag am 7. Oktober 2025 aus
Karlsruhe, 16 Juni 2026
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Kurzfassung
Bei einem der neun in den vergangenen Monaten festgenommenen mutmaßlichen Hamas-Anhänger haben deutsche Ermittler ein vorgefertigtes Bekennervideo sichergestellt. Generalbundesanwalt Jens Rommel erklärte in Karlsruhe, die Terrororganisation habe einen konkreten Anschlag in Europa um den 7. Oktober 2025 herum geplant.
Karlsruhe, 16 Juni 2026
Im Zuge der Festnahme von neun mutmaßlichen Anhängern der Terrororganisation Hamas haben deutsche Ermittler bei einem Beschuldigten ein vorgefertigtes Bekennervideo sichergestellt; die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Hamas einen Anschlag rund um den 7. Oktober 2025 in Europa geplant hatte.
Generalbundesanwalt Jens Rommel hat bei der Jahrespressekonferenz seiner Behörde in Karlsruhe Einzelheiten zu einem der größten Terrorverfahren der vergangenen Jahre in Deutschland vorgestellt. Im Mittelpunkt steht die Festnahme von insgesamt neun mutmaßlichen Anhängern der Hamas, bei denen nach Angaben der Bundesanwaltschaft Waffen und Munition sichergestellt wurden. Bei einem der Beschuldigten sei zudem ein vorgefertigtes Bekennervideo gefunden worden, das einen Anschlag rund um den 7. Oktober 2025 ankündigt – den zweiten Jahrestag des Massakers der Hamas in Israel.
Bekennervideo und Anschlagsplanung
Seit Herbst letzten Jahres hatte die Bundesanwaltschaft insgesamt neun mutmaßliche Anhänger der Hamas festnehmen lassen, wie Rommel am Montagabend in Karlsruhe erklärte. Die Behörde wirft ihnen vor, spätestens seit Sommer 2025 in den Transport und die Lagerung von Waffen und Munition für die Vereinigung involviert gewesen zu sein. Die ersten drei Verdächtigen in dem Komplex hatte seine Behörde am 1. Oktober 2025 – also wenige Tage vor dem Jahrestag – festnehmen lassen, erklärte Rommel laut der Übertragung des Deutschlandfunks. Der Generalbundesanwalt steht seit März 2024 an der Spitze der Karlsruher Behörde.
Die Bundesanwaltschaft ist als oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde vor allem für die Bereiche Terrorismus, Spionage und Völkerstrafrecht zuständig. Sie ermittelt in dem Komplex federführend, weil ein terroristischer Hintergrund vermutet wird. Die Behörde wirft ihnen vor, in Transport und Lagerung von Waffen und Munition für die Hamas involviert gewesen zu sein. Nach Darstellung der Ermittler sollten die Waffen gezielt für Anschläge in Europa eingesetzt werden.
Rolle der Bundesanwaltschaft
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Waffen für Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa genutzt werden sollten. Deutsche Ermittler gehen davon aus, dass die Terrororganisation Hamas für den 7. Oktober 2025 einen konkreten Terroranschlag geplant hatte. Hamas plante konkret Anschlag in Europa, fasste Rommel die Erkenntnisse seiner Behörde zusammen.
Wo der geplante Anschlag stattfinden sollte, haben die Ermittler bislang nicht öffentlich gemacht. Bei einem der Beschuldigten wurde ein vorgefertigtes Bekennervideo sichergestellt, wie Rommel erläuterte. Das Bekennervideo, das mutmaßlich als Propaganda-Instrument und zur Ankündigung des Anschlags dienen sollte, deutet nach Einschätzung der Fahnder auf eine professionelle Planung und eine direkte Verbindung zum Netzwerk der Hamas hin.
Grenzüberschreitende Festnahmen in Europa
In den Folgemonaten wurden in dem Zusammenhang weitere sechs Männer in Deutschland und anderen europäischen Ländern festgenommen – zuletzt Ende Mai in Dänemark. Zuvor gab es demnach auch Festnahmen in Großbritannien und Zypern. Damit hat die Bundesanwaltschaft in den vergangenen Monaten Festnahmen in mindestens fünf europäischen Ländern koordiniert, was den grenzüberschreitenden Charakter des mutmaßlichen Netzwerks unterstreicht.
Nach Überzeugung des Berliner Kammergerichts, das im März 2026 vier Mitglieder einer Hamas-Untergrundzelle verurteilte, suchten die Männer als Auslandsoperateure der Hamas unter anderem nach Waffendepots in Deutschland, Polen, Dänemark und Bulgarien. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Verurteilten als Mitglieder einer ausländischen terroristischen Vereinigung handelten. Es war das erste Mal, dass ein deutsches Oberlandesgericht die Hamas als ausländische terroristische Organisation im Sinne des Strafgesetzbuchs einstufte.
Verurteilung der Hamas-Untergrundzelle in Berlin
Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, spätestens seit Sommer 2025 in den Transport und die Lagerung von Waffen und Munition für die Vereinigung involviert gewesen zu sein. Die Behörde wirft ihnen vor, in Transport und Lagerung von Waffen und Munition für die Hamas involviert gewesen zu sein. Damit richten sich die Vorwürfe gegen eine logistische Kette, die den Transport von Waffen über mehrere europäische Länder hinweg umfasst haben soll.
In Wien wurde im November vergangenen Jahres ein Waffenversteck einer weltweit agierenden terroristischen Organisation mit Nähe zu Hamas ausgehoben. Ein Teil der Waffen soll nach Wien transportiert worden sein, wo nach Angaben der Bundesanwaltschaft einer der Beschuldigten ein Lager unterhielt. Die Wiener Funde stehen im Zusammenhang mit den späteren Festnahmen in Deutschland und anderen europäischen Staaten.
Waffenfunde in Wien und europäische Logistik
Generalbundesanwalt Rommel steht seit März 2024 an der Spitze der Karlsruher Behörde. Er sagte, die Festnahmen seien nur wenige Tage vor dem mutmaßlich geplanten Tatzeitraum erfolgt. Generalbundesanwalt Jens Rommel hat die bisherigen Erkenntnisse am Montagabend in Karlsruhe vorgestellt. Neun mutmaßliche Hamas-Terroristen hat die Bundesanwaltschaft in den vergangenen Monaten festnehmen lassen.
Bei einem von neun in den vergangenen Monaten festgenommenen, mutmaßlichen Anhängern der Terrororganisation habe man ein vorgefertigtes Bekennervideo sichergestellt, erklärte Rommel weiter. Das Video wurde laut Bundesanwaltschaft in den Asservaten des Beschuldigten gefunden und wird derzeit forensisch sowie inhaltlich ausgewertet. Erkenntnisse zum Inhalt des Videos und zur geplanten Tat wurden bisher nur in Grundzügen öffentlich gemacht.
Ausblick auf die weiteren Ermittlungen
Diese Nachricht wurde am 16.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Die Bundesanwaltschaft informierte auf ihrer Jahrespressekonferenz über den aktuellen Stand des Verfahrenskomplexes. Weitere Details zum genauen Ablauf der geplanten Tat, zur Rolle der einzelnen Beschuldigten und zu möglichen Verbindungen ins Ausland blieben zunächst unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen offen.
Die Verfahren gegen die Beschuldigten dürften sich über mehrere Jahre hinziehen. Auch die Frage, ob das Berliner Urteil gegen die vier Mitglieder der Hamas-Untergrundzelle in Rechtskraft erwächst, ist noch offen. Generalbundesanwalt Rommel kündigte an, dass seine Behörde den Fall mit Hochdruck weiterverfolgen werde, insbesondere die noch offenen Fragen zu Auftraggebern, Finanzierung und Logistik des mutmaßlichen Anschlags.
Mit den Festnahmen in Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Zypern und Österreich zeigt sich aus Sicht der Ermittler ein grenzüberschreitendes Netzwerk, das gezielt Waffen für Anschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Europa bereitstellen wollte. Die Bundesanwaltschaft sieht den Fall als Beleg dafür, dass die Hamas auch auf europäischem Boden eine konkrete Bedrohung darstellt.
Fragen & Antworten
Wer ist Jens Rommel und welche Rolle spielt er in dem Verfahren?
Jens Rommel ist Generalbundesanwalt und steht seit März 2024 an der Spitze der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Er stellte am Montagabend bei der Jahrespressekonferenz die Festnahme von neun mutmaßlichen Hamas-Anhängern und die Sicherstellung eines Bekennervideos vor.
Welchen Vorwurf erhebt die Bundesanwaltschaft gegen die Beschuldigten?
Die Bundesanwaltschaft wirft den neun Beschuldigten vor, spätestens seit Sommer 2025 in den Transport und die Lagerung von Waffen und Munition für die Hamas involviert gewesen zu sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Waffen für Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa genutzt werden sollten.
Warum galten die Festnahmen am 1. Oktober 2025 als besonders brisant?
Die ersten drei Verdächtigen wurden am 1. Oktober 2025 festgenommen – nur wenige Tage vor dem mutmaßlich geplanten Tatzeitraum rund um den 7. Oktober 2025, den zweiten Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel. Bei einem der Beschuldigten wurde zudem ein vorgefertigtes Bekennervideo sichergestellt, das einen Anschlag ankündigte.
Hamas-Bekennervideo sichergestellt: Festnahmen in Europa | finanz360