Israel hat nach eigenen Angaben einen gezielten Angriff auf den neuen Hamas-Führer Mohammed Odeh im Gazastreifen durchgeführt.
Odeh sei einer der Drahtzieher des Terrorüberfalls vom 7. Oktober 2023, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz am Abend.
„Odeh war für die Ermordung, Entführung und Verwundung zahlreicher israelischer Bürger verantwortlich“, zitierten israelische Medien aus der Erklärung. Unklar blieb zunächst, ob der Angriff erfolgreich war und Odeh tatsächlich getroffen wurde.
„Das Ausmaß und die Intensität des Angriffs“ hätten Spekulationen genährt, dass das Ziel Odeh gewesen sei, hieß es in Berichten weiter. Die israelische Führung ergänzte: „Israel wird sie alle früher oder später fassen.“
Drahtzieher des 7. Oktober
Der Angriff erfolgte rund eineinhalb Wochen, nachdem Israel bereits den Tod von Hamas-Militärchef Iss al-Din al-Haddad bei einem Luftangriff bestätigt hatte. Odeh galt als dessen Nachfolger an der Spitze des militärischen Flügels der Organisation.
Im Krieg zwischen Israel und der Hamas gilt offiziell seit Oktober 2025 eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich jedoch gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Der jüngste Angriff dürfte die Spannungen weiter verschärfen.
Der Überfall und seine Folgen
Am 7. Oktober 2023 waren Terroristen der Hamas und ihrer Verbündeten vom Gazastreifen aus nach Israel eingedrungen. Bei Massakern im Süden des Landes töteten sie mehr als 1.200 Menschen und verschleppten 251 Opfer als Geiseln in den Gazastreifen.
Der Überfall löste einen verheerenden Krieg aus. In den zwei anschließenden Kriegsjahren wurden nach Angaben der Hamas mehr als 70.000 Palästinenser getötet. Unabhängige Bestätigungen dieser Zahlen liegen nicht vor.
Die israelische Armee hat seit Kriegsbeginn wiederholt hochrangige Hamas-Kommandeure ins Visier genommen. Die gezielten Tötungen sind Teil der erklärten Strategie, die militärische Führungsstruktur der als Terrororganisation eingestuften Hamas zu zerschlagen.
Ziel: Hamas-Führung
Internationale Beobachter warnen vor einer Eskalation der Gewalt. Die fragile Waffenruhe war zuletzt durch wechselseitige Vorwürfe unter Druck geraten. Humanitäre Organisationen beklagen die anhaltend katastrophale Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen.
Zu möglichen Opfern des aktuellen Angriffs machte die israelische Regierung zunächst keine Angaben. Auch von Seiten der Hamas lag zunächst keine Stellungnahme vor.
