Die Fraktionen von CDU und SPD im Berliner Abgeordnetenhaus haben am Montag eine vorläufige Bilanz des Untersuchungsausschusses zur Fördermittelaffäre im Bereich Antisemitismus vorgelegt und die Kulturverwaltung für rechtswidriges Verwaltungshandeln verantwortlich gemacht.

Nach Angaben der beiden Koalitionsfraktionen kam der Ausschuss zu dem Ergebnis, dass die Vergabepraxis für Mittel gegen Antisemitismus evident rechtswidrig war. Stephan Lenz (CDU) sagte, man habe festgestellt, dass es ein rechtswidriges Verwaltungshandeln gab. Unzulässige politische Einflussnahme, Vetternwirtschaft oder Korruption habe der Ausschuss dagegen nicht nachweisen können.

Während der Pressekonferenz richtete sich der Blick der Koalitionsvertreter vor allem auf die ehemaligen Kultursenatoren Joe Chialo und Sarah Wedl-Wilson. Chialo habe sich für die Bewilligung der Förderbescheide eingesetzt, seine Nachfolgerin Wedl-Wilson habe sie rechtsverbindlich unterzeichnet. Die Opposition kritisierte die Koalitionsfraktionen scharf für ihre Bewertung.

Daniel Wesener (Grüne) warf CDU und SPD vor, den Bericht durch zahlreiche Änderungsanträge verfälscht zu haben, um die Verantwortung der Verwaltung zuzuschieben. Das Hauptziel von CDU und SPD sei es ganz offensichtlich, die eigenen Kollegen zu schonen. Zugleich wies Wesener den Vorwurf zurück, die Verwaltung habe nur Bedenken geäußert, ohne formell zu remonstrieren: Das sei faktisch falsch, sagten verschiedene Zeugen aus.