Vor dem Landgericht Berlin hat am Donnerstag das Strafverfahren gegen Andreas Scheuer und Gerhard Schulz im Zusammenhang mit der gescheiterten Pkw-Maut begonnen.
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Politikern vor, beim milliardenschweren Scheitern des Maut-Projekts ihre dienstlichen Pflichten verletzt und dem Bund einen erheblichen Schaden zugefügt zu haben. Konkret geht es um die Frage, ob die Verträge mit den beauftragten Firmen, darunter der österreichische Mautbetreiber, ohne ausreichende haushaltsrechtliche Grundlage geschlossen wurden und so ein finanzielles Risiko in dreistelliger Millionenhöhe entstanden ist. Die Anklage lautet nach Angaben aus dem Umfeld des Gerichts auf Untreue bzw. uneidliche Falschaussage; eine Verurteilung in beiden Punkten könnte eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen.
Die sogenannte Ausländermaut war ein Prestigeprojekt der CSU. Sie sah vor, eine Infrastrukturabgabe für Autos einzuführen und gleichzeitig deutsche Fahrzeughalter steuerlich zu entlasten. Die Mehrkosten hätten folglich nur ausländische Fahrzeughalter bezahlen. Nach dem Regierungswechsel 2021 wurde das Projekt eingestellt, ohne dass jemals Einnahmen erzielt wurden.
