Wien, 26 Juli 2026
Österreichs Europaministerin Claudia Bauer (ÖVP) hat in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" eine Debatte über eine Reduzierung der Zahl der EU-Kommissare gefordert und die derzeitige Personalstärke der EU-Kommission als "inflationär" kritisiert.
Bauer begründete ihre Forderung mit dem Argument, dass die hohe Zahl an Kommissaren samt Kabinetten, Stäben und Dienststellen nicht mehr zeitgemäß sei. "27 EU-Länder bedeuten nicht automatisch, dass es auch 27 Kommissare samt Kabinetten, Stäben und Dienststellen geben muss", sagte sie. Ihrer Ansicht nach überschneiden sich mehrere Ressorts, während andere Aufgaben besser bei den Mitgliedstaaten aufgehoben wären. Die EU-Kommission sei "keine Beschäftigungsagentur", betonte Bauer und ergänzte: "Deshalb sollten wir offen darüber diskutieren, ob Europa nicht auch mit deutlich weniger Kommissaren effizienter arbeiten könnte."
Auf die Frage der Zeitung, ob sie alle 27 EU-Kommissare namentlich kenne, antwortete Bauer knapp: "Nein." Mit dieser Bemerkung unterstrich sie ihre Kritik an der Größe des Kollegiums. Sie sprach von einer "exorbitant hohen Zahl an Kommissaren mit all den Stäben und Dienststellen" und fragte, ob diese wirklich nötig sei. Bauer kündigte an, die "inflationäre Zahl" der Kommissare zum politischen Thema machen zu wollen.
