Argentinien Empfang Messi fehlt nach WM-Finale | finanz360
Argentinien empfängt Vize-Weltmeister ohne Messi: Empfang mit Rotem Teppich statt Feiertag
Buenos Aires, 21. Juli 2026
Bryan Berlin / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Die argentinische Nationalmannschaft ist nach dem verlorenen WM-Endspiel gegen Spanien (0:1) ohne ihren Superstar Lionel Messi in Buenos Aires gelandet. Die Regierung bereitete einen protokollarischen Empfang mit Rotem Teppich und Ehrenformation vor, verzichtete aber bewusst auf hochrangige Vertreter.
Die argentinische Fußball-Nationalmannschaft ist am internationalen Flughafen von Buenos Aires eingetroffen, ohne ihren Superstar Lionel Messi, der nach dem verlorenen WM-Endspiel gegen Spanien (0:1) direkt nach Miami geflogen war.
Der Empfang fiel nüchtern aus für eine Mannschaft, die in Katar 2022 noch als Weltmeister gefeiert worden war. „Ohne ihren Superstar Lionel Messi ist die argentinische Fußball-Nationalmannschaft am internationalen Flughafen von Buenos Aires angekommen“, hieß es in übereinstimmenden Medienberichten. Am Straßenrand warteten zahlreiche Fans trotz Regens, berichteten Korrespondenten. Eine Regimentskapelle spielte beim Aussteigen das Lied „Muchachos, Ahora Nos Volvimos a Ilusionar“ – auf Deutsch: „Leute, jetzt haben wir wieder Hoffnung“. Der Ohrwurm hatte sich im Laufe der WM 2022 in Katar zur inoffiziellen Hymne der Albiceleste entwickelt.
Die argentinische Regierung hatte der Mannschaft von Trainer Lionel Scaloni derweil einen „protokollarischen Empfang“ am Flughafen mit rotem Teppich und Ehrenformation bereitet. Allerdings schickte die Regierung nach eigener Darstellung bewusst keine hochrangigen Vertreter. Präsident Javier Milei hatte zuvor gesagt, „dass sich die Politik das Fußballfest nicht aneignen dürfe“. Damit sollte offenbar verhindert werden, dass die staatliche Inszenierung die Enttäuschung über die verlorene Finalpartie überdeckte.
Protokollarischer Empfang ohne Prominenz
Anschließend ging es im Teambus weiter zum nahe gelegenen Trainingsgelände des Fußballverbands AFA in Ezeiza. Bei Spielern und Trainerteam war jedoch keine Feierlaune vorhanden gewesen, wie lokale Medien berichteten. Die Stimmung blieb gedämpft – nach dem 0:1 gegen Spanien in New Jersey am vergangenen Sonntag hatte die Mannschaft allen Grund zur Ernüchterung.
Neben Messi fehlten weitere prominente Spieler am Flughafen. Der Fußballverband hatte bekanntgegeben, dass einige Spieler des Kaders direkt aus den USA zu verschiedenen Zielen aufbrechen würden, um sich wieder ihren Vereinen anzuschließen oder eine Pause einzulegen, „darunter Leistungsträger wie Enzo Fernández, Lautaro Martínez, Julián Álvarez und Rodrigo De Paul“. Damit bestand die Delegation am Flughafen nur aus einem Teil des WM-Kaders.
Messi fehlt: Direktflug nach Miami
Messi selbst war bereits vor dem Abflug aus Miami. Er „flog Messi nach dem WM-Endspiel, das die Argentinier am Sonntag in New Jersey gegen Spanien verloren hatten (0:1), zunächst nach Miami. Anschließend plant Messi demnach, für einige Tage in seine Heimatstadt Rosario zu reisen“, berichteten argentinische Medien. Der Kapitän hatte bereits vor der Partie angedeutet, dass das Turnier in den USA womöglich sein letztes großes internationales gewesen sein könnte.
Anders als nach dem Titelgewinn 2022 blieb die politische Inszenierung diesmal aus. Präsident Milei hatte die Durchführung eines nationalen Feiertags von einem entsprechenden Wunsch der Spieler und des Trainerstabs abhängig gemacht. „Der Feiertag, den Präsident Milei kurz nach dem verlorenen Endspiel noch angekündigt hatte, stand nicht mehr auf der Tagesordnung“, hieß es dazu. Ohne einen solchen Wunsch aus dem Team wollte die Regierung die Niederlage nicht mit einem freien Tag für die Bevölkerung überlagern.
Kein Feiertag nach der Finalniederlage
Die Vorgeschichte des Empfangs verdeutlicht die veränderte Stimmung im Land. Vor vier Jahren, nach dem Triumph gegen Frankreich in Lusail, hatten Hunderttausende Menschen die Mannschaft rund um die Uhr in Buenos Aires gefeiert. Damals war „Muchachos, Ahora Nos Volvimos a Ilusionar“ zum Volkslied geworden und die Albiceleste hatte sich in eine Welle der Euphorie getragen gesehen. Diesmal endete die Reise an einem verregneten Morgen ohne Messi und ohne die kollektive Feierlaune.
Unter den wartenden Fans am Straßenrand mischten sich Enttäuschung und Anerkennung. Viele trugen noch die weißen Trikots der Nationalmannschaft und schwenkten Fahnen, während die Busse mit den Spielern in Richtung Ezeiza fuhren. Einzelne Anhänger riefen Sprechchöre, andere blickten stumm dem Konvoi hinterher. Die Mischung aus Respekt vor der Leistung und der Trauer über die verpasste Titelverteidigung prägte die Szene.
Stimmung an der Straßenkante: Fans zwischen Enttäuschung und Respekt
Sportlich wirft die Finalniederlage Fragen für die Zukunft auf. Messi, inzwischen im fortgeschrittenen Alter seiner Karriere, hatte vor dem Turnier offen gelassen, ob er seine internationale Laufbahn fortsetzen würde. Mit dem verlorenen Endspiel gegen Spanien scheint das Kapitel der Generation um Messi zumindest auf der größten Bühne vorerst beendet zu sein. Der argentinische Verband und Trainer Lionel Scaloni stehen vor der Aufgabe, eine Nachfolgegeneration aufzubauen.
Politisch bleibt der Empfang ein Balanceakt. Milei hatte sich nach eigener Aussage bewusst zurückgehalten, um den sportlichen Charakter des Moments nicht zu vereinnahmen. Gleichzeitig hatte sein Kabinett den roten Teppich und die Ehrenformation genehmigt – ein Signal, dass die Mannschaft trotz der Niederlage als Repräsentantin des Landes auftritt. „Dass sich die Politik das Fußballfest nicht aneignen dürfe“, hatte Milei im Vorfeld betont.
Ausblick: Umbruch nach verlorenem Finale
Der argentinische Fußballverband kündigte an, dass in den kommenden Tagen Gespräche mit Spielern und Vereinen über die künftige Ausrichtung der Nationalmannschaft stattfinden sollen. Trainer Scaloni, dessen Vertrag nach dem Turnier zur Diskussion steht, wollte sich zunächst nicht öffentlich äußern. In Buenos Aires richtet sich der Blick nun auf Rosario, wo Messi in den kommenden Tagen erwartet wird – und auf die Frage, was sein nächstes Kapitel sein wird.
Die Reise der Mannschaft von Ezeiza aus in die Winterpause markiert zugleich den Beginn einer Umbruchphase. Mehrere Leistungsträger aus dem Kader werden in den kommenden Wochen zu ihren europäischen Klubs zurückkehren. Julián Álvarez und Enzo Fernández stehen vor dem Trainingsstart in England, Rodrigo De Paul reist zu Atlético Madrid. Die Vereine erwarten ihre Nationalspieler nach einem Sommer, der mit dem Finale in New Jersey endete.
Politische Distanz: Milei hält sich zurück
In argentinischen Medien wurde der Empfang als „würdevoll, aber kühl“ beschrieben. Weder Triumph noch kollektive Trauer habe den Moment geprägt, sondern eine Art stiller Übergang. „Bei diesen war jedoch keine Feierlaune vorhanden gewesen, wie lokale Medien berichteten“, fassten Reporter die Stimmung im Team zusammen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Enttäuschung überwiegt – oder ob der verlorene Titel als Ansporn für eine neue Etappe dient.
Fragen & Antworten
Warum fehlte Lionel Messi beim Empfang in Buenos Aires?
Messi war nach dem verlorenen WM-Endspiel direkt nach Miami geflogen und plante anschließend, für einige Tage in seine Heimatstadt Rosario zu reisen. Damit kehrte er nicht mit der Mannschaft nach Argentinien zurück.
Warum gab es trotz der Finalniederlage keinen nationalen Feiertag?
Präsident Javier Milei hatte einen Feiertag zunächst angekündigt, seine Durchführung aber von einem entsprechenden Wunsch der Spieler und des Trainerstabs abhängig gemacht. Ein solcher Wunsch aus dem Team blieb aus, sodass der Feiertag wieder von der Tagesordnung genommen wurde.
Wie wurde die argentinische Mannschaft am Flughafen empfangen?
Die argentinische Regierung bereitete einen protokollarischen Empfang mit rotem Teppich und einer Ehrenformation vor. Beim Aussteigen spielte eine Regimentskapelle das Lied „Muchachos, Ahora Nos Volvimos a Ilusionar“, während am Straßenrand zahlreiche Fans trotz Regens warteten.