San Francisco, 05 Juni 2026
Das US-KI-Unternehmen Anthropic hat in einem Blogpost die Option gefordert, die Entwicklung besonders fortgeschrittener KI-Modelle verlangsamen oder vorübergehend pausieren zu können, und gleichzeitig vor dem Risiko gewarnt, dass die Menschheit bei selbstverbessernden Systemen die Kontrolle verlieren könnte.
Worum es in dem Vorschlag geht
Das in San Francisco ansässige Unternehmen Anthropic, Entwickler des bekannten Chatbots Claude, schlägt in seinem Blogpost vor, einen koordinierten Mechanismus zu schaffen, mit dem sich die Entwicklung besonders leistungsfähiger KI-Modelle in einem Notfall bremsen oder zeitweise aussetzen ließe. Eine solche Bremse solle es ermöglichen, gesellschaftliche Strukturen und die Forschung zur Ausrichtung von KI an technologische Fortschritte anzupassen. Das Unternehmen formuliert wörtlich: „Wir glauben, dass es gut für die Welt wäre, die Option zu haben, die Entwicklung besonders fortgeschrittener Modelle zu verlangsamen oder zu pausieren“ und hält es „für wünschenswert, dass die Welt die Möglichkeit hat, die Entwicklung hochmoderner KI-Systeme zu verlangsamen oder vorübergehend auszusetzen, damit gesellschaftliche Strukturen und die Forschung zur Ausrichtung der KI mit dem technologischen Fortschritt Schritt halten können“. Eine globale Verlangsamung der Spitzenforschung wäre demnach „wahrscheinlich sinnvoll“.
Auslöser der Initiative ist nach Angaben von Anthropic der rasante Fortschritt der Modelle, insbesondere bei Fähigkeiten zur Selbstverbesserung und Weiterentwicklung. Das Unternehmen warnt, dass KI-Systeme künftig in der Lage sein könnten, sich rekursiv selbst zu optimieren und sich schneller zu verbessern, als Gesellschaft und Forschung die damit verbundenen Risiken beherrschen können. Der Meilenstein selbstverbessernder KI könnte schneller erreicht werden, als viele Institutionen vorbereitet seien. In einem internen Beleg für die Leistungsfähigkeit der eigenen Systeme erklärte Anthropic, im Mai habe die eigene KI Claude mehr als 80 Prozent des Codes in der unternehmenseigenen Codebasis generiert.
