Ramallah, 15 Juni 2026

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas hat für Anfang 2027 Präsidentschaftswahlen angekündigt; im November sollen zudem Parlamentswahlen stattfinden, wie sein Büro mitteilte.

Die Ankündigung aus dem Büro von Abbas markiert einen Wendepunkt in der palästinensischen Innenpolitik, denn seit der letzten Präsidentenwahl im Jahr 2005 wurden im Palästinensischen Autonomiegebiet keine Präsidentschaftswahlen mehr abgehalten. Abbas war 2005 zum Chef der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt worden, und seine Amtszeit sollte ursprünglich vier Jahre dauern. Dass nun erstmals wieder ein Wahltermin genannt wird, gilt Beobachtern als Versuch, der seit Jahren erhobenen Kritik an fehlender demokratischer Legitimität der Autonomiebehörde etwas entgegenzusetzen.

Die Autonomiebehörde hat ihren Sitz in Ramallah im Westjordanland. Abbas ist seit mehr als zwei Jahrzehnten der starke Mann in der Fatah-Bewegung, der palästinensischen Autonomiebehörde und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Im Mai wurde Abbas an der Spitze der säkular-nationalistischen Fatah-Bewegung bestätigt. Im März hatte er zudem zugesagt, die palästinensischen Organisationen umzustrukturieren und zu erneuern.