Mit einer Gedenkfeier im neu errichteten Regierungsviertel und im Osloer Dom hat Norwegen am 22. Juli 2026 der 77 Todesopfer der Terroranschläge von Oslo und Utøya vor 15 Jahren gedacht.

Am 22. Juli 2011 um 15.26 Uhr detonierte im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt eine 950 Kilogramm schwere Autobombe. Acht Menschen starben, am 17 Stockwerke hohen Hauptsitz der Regierung zersplitterten sämtliche Fensterscheiben, mehrere angrenzende Ministerien wurden beschädigt. Der damalige Ministerpräsident Jens Stoltenberg sagte damals: «Es wird ein Norwegen vor und nach dem 22. Juli geben».

Kurze Zeit später steuerte der 32-jährige Norweger Anders Behring Breivik sein nächstes Ziel an: die rund vierzig Kilometer entfernte Insel Utøya, wo das Sommerlager der sozialdemokratischen Arbeiterpartei stattfand. In Polizeipullover und kugelsicherer Weste betrat Breivik die Insel und sprach mit Jugendlichen. Er gab vor, über den Anschlag in Oslo informieren zu wollen. Kurz nach 17 Uhr eröffnete er das Feuer. In 72 Minuten tötete der Rechtsextremist 69 Menschen, die meisten von ihnen Jugendliche und junge Erwachsene. Weitere 99 Menschen werden schwer verletzt.