Belfast, 11 Juni 2026
In der nordirischen Hauptstadt Belfast ist es seit Dienstagabend zu schweren, teils rassistisch motivierten Ausschreitungen gekommen, nachdem am Montagabend ein sudanesischer Asylbewerber einen 44-jährigen Mann mit einem Messer lebensgefährlich verletzt hatte.
Auslöser: Messerangriff am Montagabend
Laut Polizei handelt es sich bei dem Angreifer um einen 30-jährigen Sudanesen, der 2023 über Paris und Dublin nach Nordirland eingereist war und dort Asyl beantragt hatte. Wenige Monate später erhielt er Aufenthaltsrecht. Das 44-jährige Opfer, das bei dem Angriff am Boden lag und wiederholt gestochen wurde, schwebt nach Angaben der Behörden in Lebensgefahr. Der mutmaßliche Täter, Hadi A., sitzt in Untersuchungshaft; das Opfer liegt mit schweren Kopfverletzungen auf der Intensivstation.
Gewalt auf den Straßen: Brennende Häuser und maskierte Angreifer
Bereits am Dienstagabend versank Belfast im Chaos. Vermummte, überwiegend junge Männer zogen durch Arbeiterviertel, warfen Pflastersteine, Ziegel und Molotow-Cocktails auf die Polizei und setzten Wohnhäuser sowie Fahrzeuge in Brand. In mehreren Fällen gingen maskierte Gruppen gezielt auf Häuser im armen Osten der Stadt los, in denen Schwarze und Asiaten wohnen. Mehrere Häuser und Geschäfte fielen Brandanschlägen zum Opfer, 27 Menschen mussten evakuiert werden. Zwölf Beamte wurden verletzt, 16 Protestierer vorläufig festgenommen.
