Die Eltern des beim Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum getöteten 14-jährigen Can Leyla haben anlässlich des zehnten Jahrestags der Tat anhaltende rassistische Hetze beklagt und sich für eine klare Haltung gegen Rassismus ausgesprochen.
Update vom 11. Juli 2026
Can Leyla war 14 Jahre alt, als er am 22. Juli 2016 gemeinsam mit sieben weiteren Jugendlichen und einer erwachsenen Frau im Münchner Olympia-Einkaufszentrum und einem angrenzenden Schnellimbiss erschossen wurde. Der Täter, ein 18-Jähriger, richtete die Waffe anschließend gegen sich selbst und tötete sich.
Was ist neu seit dem letzten Bericht
update banner: Update vom 11. Juli 2026 – Zehn Jahre nach dem Anschlag haben die Eltern des Opfers Can Leyla ihre Kritik an rassistischer Hetze erneuert.
Zehn Jahre nach der Tat fühlen sich die Hinterbliebenen nach eigener Aussage weiter verunsichert. Sibel Leyla, die Mutter von Can, sagte, dass sie immer den Gedanken habe, dass ihrer Familie etwas zustoßen könne. Sie fragte: „Wie sollen wir uns hier in diesem Land oder in dieser Stadt wohlfühlen und sicher fühlen?“
Can Leyla war zum Zeitpunkt der Tat 14 Jahre alt. Sein Vater ist Hasan Leyla. Can war einer von insgesamt acht Jugendlichen und einer erwachsenen Frau, die der Schütze am Nachmittag gegen 17.51 Uhr am Olympia-Einkaufszentrum tötete.
Die Stimmen der Familie Leyla
Update vom 11. Juli 2026: Die Eltern haben sich zum zehnten Jahrestag erneut öffentlich geäußert. Neu ist, dass die Familie eine Verpflichtung gegenüber ihrem getöteten Sohn einlöst, indem sie sich gegen Rassismus und für ein weltoffenes München einsetzt.
Die Leylas sehen sich und ihre Familie als Teil Münchens und Deutschlands – doch diese Zugehörigkeit werde ihnen, so Leyla, immer wieder abgesprochen. „Wenn ich denke, dass wir immer noch uns erklären müssen, dass wir zu dieser Stadt oder zu diesem Land gehören, das ist einfach schmerzhaft“, sagte sie.
Mit Blick auf den anstehenden Gedenktag ruft Leyla vor allem junge Menschen dazu auf, nicht still zu sein, sondern auf die Straße zu gehen. „Wir müssen einfach eine Haltung zeigen gegen Rassismus!“, sagte sie. Sie appellierte an die Gesellschaft, im Alltag Zivilcourage zu zeigen und sich gegen Hetze zu stellen.
Sibel Leyla nannte im Gespräch konkrete Akteure, die aus ihrer Sicht für die alltägliche Hetze mitverantwortlich sind: „Wir hören jeden Tag die Hetze von der AfD, von den Politikern, über Migranten, über Muslime, dass wir nicht zu diesem Stadtbild gehören, dass wir nicht hierhergehören.“ Diese Äußerung ist Teil des nun aktualisierten Wortlauts der Stellungnahme der Familie.
Einordnung als rassistischer Anschlag
Zum zehnten Jahrestag ist nach Angaben der Stadt am Abend um 17.51 Uhr eine Schweigeminute geplant. Die Stadt München und ihre Fachstelle für Demokratie haben in den vergangenen Jahren verschiedene Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer begleitet.
